Test Huami’s Amazfit BIP Fitness-Tracker Smartwatch

Die Amazfit BIP ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Billig-Smartwatches. Wir haben die chinesische Uhr ausführlich getestet und waren überrascht, was in dem kleinen Helferlein für nützliche Funktionen stecken…

Die Amazfit BIP wird als Nachfolger des Mi Band 2 gehandelt. Die Smartwatch wurde tatsächlich von der gleichen Firma namens Huami entwickelt, diesmal aber unter dem eigenen Namen ‚Amazfit‘ geführt. Wie auch das Mi Band 2 funktioniert die Amazfit BIP mit der MiFit App. Von der Menüführung her sind dadurch ebenfalls Parallelen zu erkennen. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist wie bei den Xiaomi Bändern wieder herausragend. Doch die Amazfit BIP kann mehr, als das von uns ausführlich getestete Mi Band 2: GPS, Farb-Touchdisplay und Kompass sind bei einem Preis von Teils unter 60 Euro nur ein Vorgeschmack auf unseren Test.

Gehäuse und Tragekomfort

Das Gehäuse der Amazfit BIP wirkt wie aus einem Guss. Die attestierte Schutzart IP68 bestätigt diesen Eindruck, denn damit ist die Uhr staubdicht und gegen dauerndes Untertauchen geschützt. Mit seiner Länge und Breite von 41,5 x 34 Millimetern erinnert das Gehäuse der Amazfit-Uhr an die Ausmaße der Forerunner 35 (FR 35) von Garmin. Ein Vergleich der Gehäusehöhe beider Sportuhren hingegen zeigt, dass die Amazfit BIP mit nur 9 Millimetern um ganze 4,3 Millimeter niedriger ist als ihr Kontrahent (Maße der FR 35: 35,5 x 40,7 x 13,3 mm). Gefertigt wurde das Gehäuse der Amazfit BIP aus eingefärbtem Polycarbonat. Der Werkstoff sorgt für eine Optik die nicht billig wirkt, dennoch kommt er nicht an den edlen Look hochwertiger Materialien wie Keramik heran.

Die Abriebbeständigkeit des Gehäuses konnte in unserem Test überzeugen, allerdings sollte man punktuelle Einwirkungen mit harten Gegenständen vermeiden. Mit nur 31 Gramm Gesamtgewicht trägt sich die Fitnessuhr federleicht. Auch das Silikonarmband trägt zu einem angenehmen Gefühl beim Tragen der Amazfit BIP bei. Das Silikon ist insgesamt steifer als bei der Forerunner 35, nutzt sich aber ungünstigerweise deutlich schneller ab (siehe: Foto unten).

Display

Das Display der Amazfit BIP ist 22,5 x 22,5 Millimeter bzw. 1,25 Zoll groß und damit ein ganzes Stück kleiner als das Gesamtmaß des Gehäuses hergeben würde. Trotz dessen ist durch die recht hohe Auflösung von 176 x 176 Pixeln auch die Darstellung von kleineren Schriften gut lesbar. Beim Bildschirm handelt es sich um einen dauerhaft eingeschalteten transflektiven LCD-Farbdisplay mit Touch-Funktion. Wurde die Uhr über 14 Sekunden hinweg nicht bedient, geht die Uhr in den inaktiven Modus in welchem der Touchdisplay nicht funktioniert.

Erst ein Knopfdruck reaktiviert die Touch-Funktion. Dabei wird gleichzeitig die Hintergrundbeleuchtung für 9 Sekunden eingeschaltet. Diese ist in 6 Stufen regelbar (siehe unten), eine Option für eine automatische Anpassung der Helligkeit gibt es jedoch nicht. Stoppt man gerade die Zeit oder hat eine Aktivität gestartet, schaltet sich zwar auch die Hintergrundbeleuchtung aus, die Möglichkeit der Touch-Aktivierung ohne Knopfdruck bleibt jedoch bestehen. Sportler die gerne nach Einbruch der Dunkelheit trainieren, werden das Feature für eine dauerhaft aktivierte Hintergrundbeleuchtung leider vergebens suchen.

Der transflektive Display der Amazfit BIP funktioniert besonders gut wenn sehr helle Lichtquellen oder direkte Sonneneinstrahlung den Bildschirm der Uhr erleuchten. Ist dies der Fall sind die Farben kräftig und der Kontrast angemessen knackig, außerdem kann man dann auf die Hintergrundbeleuchtung verzichten und spart viel Akkukapazität. Bei trübem Wetter, an schattigen Orten oder bei Nacht ist man allerdings sehr auf die Hintergrundbeleuchtung angewiesen. Durch diese wirken die Farben etwas verwaschen bzw. milchig trüb. Auch der Kontrast leidet dadurch, wodurch die Konturen schwammiger werden. Gegen äußere Einwirkungen ist der Display durch ein Corning Gorilla Glass mit dem 2.5D Curved-Schliff geschützt. Eine zusätzliche Anti-Fingerprint Beschichtung verhindert das schnelle verdrecken der Displayoberfläche, hatte gegen „Fettfinger“ aber auch wenig Chancen.

Linkes Foto: Direktes Sonnenlicht / Rechtes Foto: Im Schatten
Der Display der Garmin FR 35 schneidet beide Male besser ab

 

Maximale Hintergrundbeleuchtung im Schatten: Amazfit BIP und Garmin Forerunner 35

 

     

Akkulaufzeit

Der Hersteller gibt für den 190mAh Lithium-Ionen-Polymer Akku eine Laufzeit von 45 Tagen im Stand-By Modus an. Diese Angabe können wir bestätigen, denn die Uhr hielt trotz regelmäßiger Benutzung des Weckers, dem Kompass und des Timers ganze 49 Tage. Nach einem zweiten Ladezyklus hielt sie bei gleicher Handhabung inklusive vereinzelter GPS-Aktivierung immer noch 42 Tage. Allerdings wurde die Verbindung der Uhr mit dem Smartphone bei beiden Szenarien auf ein Minimum reduziert. Auch die dauerhafte Herzfrequenz-Messung war deaktiviert.

Für die Simulation einer alltäglichen Nutzung war die Uhr hingegen dauerhaft via Bluetooth mit dem Handy gekoppelt und maß dabei gleichzeitig durchgängig die Herzfrequenzrate. Die Laufzeit sank hierdurch auf ca. 14 Tage. Wird die Uhr zusätzlich in einem Trainingsmodus mit GPS betrieben, fällt die Akkulaufzeit auf etwa 20 Stunden.

Der Akku der Amazfit BIP wird über eine USB-Ladeklemme mit Strom versorgt. Das Tragen der Uhr während des Ladevorgangs ist ausgeschlossen. In unserem Test brauchte es 2 Stunden 23 Minuten um die Uhr wieder voll aufzuladen.

Konnektivität

Über Bluetooth LE kann die Amazfit BIP mit einem iOS oder Android Smartphone gekoppelt werden. Wir hatten in unserem Test zunächst Schwierigkeiten eine stabile Verbindung mit der MiFit App aufzubauen. Die Synchronisierung dauerte teilweise zu lang oder wurde gänzlich abgebrochen. Außerdem gab es eine Zeit während des Tests, in der die Kopplung mit dem Smartphone pro Neustart des Phones immer nur einmal funktionierte. Eine neue Kopplung nach erfolgter Entkopplung durch das Ausschalten der Bluetooth-Verbindung scheiterte. Seit der MitFit App-Version 3.2.9 und der Amazfit BIP Firmware V0.1.0.86 gibt es zum Glück nur noch wenige derartige Probleme. Die Verbindung wird im besten Fall sehr schnell hergestellt, wobei die anschließende Synchronisierung sowie die A-GPS Updates schnell vonstattengehen.

Die Amazfit BIP Smartwatch zeigt Benachrichtigungen auf dem Display an. Welche App’s hierbei berücksichtigt werden sollen, kann innerhalb der MiFit App festgelegt werden. Benachrichtigungen lassen sich hierbei auch abschalten, wenn man ohnehin gerade am Smartphone tätig ist. Wer ab einem bestimmten Punkt am Tag garnicht mehr von seiner Smartwatch ‚genervt‘ werden will, kann den DND-Modus (Do not disturb. – Bitte nicht stören.) der Uhr aktivieren. Das Smartphone ist dafür nicht notwendig.

 

Höhenmesser & Kompass

Höhenmesser

Die Amazfit BIP besitzt einen integrierten barometrischen Höhenmesser. Über diesen kann die Uhr auch ohne GPS-Signal die Höhe ermitteln und innerhalb des Kompass-Widgets darstellen. In unserem Test zeigen die berechneten Höhen eine Abweichung von etwa ±11 Metern zu den uns bekannten amtlichen Höhenfestpunkten. Gleiches gilt für die ermittelte Höhe bei einem GPS-gestützten Training.

Auch die durch das Barometer ermittelten Luftdruckwerte in hPa (Hektopascal) können sich sehen lassen. Selbst bei stürmisch kaltem Winterwetter konnte das Barometer den Luftdruck auf ±3 hPa genau bestimmen.*  Auch diese Ergebnisse lassen sich innerhalb des Kompass-Widgets ablesen. In der unteren Tabelle haben wir unsere Messerergebnisse aufgeführt und denen des Thüringer Landesamtes für Vermessung und Geoinformation gegenübergestellt. 

*Das Barometer zeigt den wahren Luftdruck an, für die Vergleichbarkeit mit Wetterstationen muss der Wert also auf den entsprechenden Druck in Meereshöhe umgerechnet werden: https://rechneronline.de/barometer

 

Amtlicher HöhenfestpunktAmtlich ermittelte Höhevon Amazfit BIP ermittelte Höheermittelte Luftdruck während Messung
Gotha, Schloß Friedenstein

Kennziffer: 5030 9 01220

330.805 m322 – 344 m974,02 – 976,44 hPa (bei – 6,5°C)
Gotha, Gerichtsgebäude

Kennziffer: 5030 9 01220

293.889 m291 – 308 m 981,11 – 981,73 hPa (bei – 6,5°C)

 

Neben der punktuell ablesbaren Höhe innerhalb des Kompass-Widgets kann das Höhenprofil sowie die Summe des Auf- und Abstiegs innerhalb von zwei der vier wählbaren Trainings aufgezeichnet werden. Für die graphische Auswertung des Höhenprofils bedarf es jedoch der MiFit App. Will man hingegen die Summe der insgesamt erklommenen bzw. abwärts gegangenen Meter als Zahlenwert ablesen, kann man diese auch direkt auf der Uhr innerhalb der Activity History abrufen.

Der Höhenmesser kann leider nicht manuell kalibriert werden. Stattdessen kalibriert jedes zwischen den Luftdruckmessungen gestartete GPS-gestützte Training den Sensor aufs Neue. Trotz des geringen Anschaffungspreises der Amazfit BIP waren die Ergebnisse zufriedenstellend.

Kompass

Von der Genauigkeit des digitalen Kompasses waren wir positiv überrascht. Nach kurzer Kalibrierung ergaben sich sehr genaue und reproduzierbare Himmelsrichtungen auch wenn die Uhr nicht komplett waagerecht gehalten wurde.

 

Trainingsmodus

Die Amazfit BIP kann seine Träger auch beim Training unterstützen. Es stehen die vier unten dargestellten Sportprofile zur Auswahl. Je nach Profil gibt es eine unterschiedliche Anzahl an Datenseiten mit jeweils variierenden Datenfeldern. Die Belegung kann nicht verändert werden.

   

Wird das jeweilige Training beendet erscheint automatisch die Auswertung. Innerhalb dieser werden teilweise zusätzliche Daten wie bspw. die Kalorien beim Outdoor running angezeigt. Die Auswertung kann innerhalb der Activity history (= Aktivitätsverlauf) jeder Zeit wieder eingesehen werden:

  • Outdoor running (Display bleibt aktivbaromatrischer Höhenmesser aktiv)
    über Datenseiten: Zeit, Geschwindigkeit, Distanz, HF, HF-Zone, Pace, Schrittfrequenz, Schritte, Schrittlänge, Höhe, Höhenmeter  , Höhenmeter 
    zusätzlich über Aktivitätsverlauf: Datum, Uhrzeit, Track, Kalorien
  • Treadmill bzw. Laufband (Display bleibt aktiv)
    über Datenseiten: Zeit, Kalorien, Distanz, HR, HF-Zone, Geschwindigkeit, Pace, Schritte
    über Aktivitätsverlauf: Datum, Uhrzeit, Schrittfrequenz
  • Cycling (Display bleibt aktivbaromatrischer Höhenmesser aktiv)
    über Datenseiten: Zeit, Geschwindigkeit, Distanz, HF, HF-Zone, Pace, Max. Geschwindigkeit, Höhe, Höhenmeter  , Höhenmeter 
    zusätzlich über Aktivitätsverlauf: Zeit gesamt & Zeit geradelt, Durchschnittsgeschwindigkeit, Strecke mit Steigung
  • Walking (Display bleibt aktiv)
    über Datenseiten: Zeit, Geschwindigkeit, Distanz, HF, HF-Zone, Schritte, Schrittfrequenz, Schrittlänge
    zusätzlich über Aktivitätsverlauf: Datum, Uhrzeit, Track
Datenfelder bei Cycling: Seite 1
Seite 2
Seite 3

 

Einstellungen Trainingsmodus

Diese Einstellungen müssen vor einem Training getroffen werden und beziehen sich auf alle Sportarten:

  • Autopause
  • Warnung vor einer maximalen Herzfrequenz (einstellbar)
  • Warnung beim Unterschreiten eines bestimmten Pace (einstellbar)
  • Distanzalarm alle X Kilometer (einstellbar)

Activity History

In diesem Bereich kann man die aktuellsten der abgeschlossenen Trainings einsehen. Für jedes Training wird der zurückgelegte GPS-Track dargestellt. Die nachfolgenden Daten unterscheiden sich je nach Trainingsart.

    

Optische Herzfrequenzmessung

Die Amazfit BIP kann dank des optischen Herzfrequenzsensors den Puls dauerhaft überwachen und aufzeichnen. Die LED’s des Sensors aktivieren sich alle 60 Sekunden für eine neue Messung. Der Akku wird hierdurch natürlich stärker belastet, schafft aber trotzdem mindestens die 2 Wochen Marke (wenn GPS nicht durch Trainings aktiviert wird).

In unseren Tests verschiedener optischer Herzfrequenzsensoren hat sich über die Zeit gezeigt, dass zum einen der Träger selber (Beschaffenheit der Haut, Behaarung) und zum anderen geringe Außentemperaturen (periphere Blutgefäße ziehen sich zusammen) einen starken Einfluss auf die endgültigen Messergebnisse von Laufuhren haben. Bei der Bestimmung des Ruhepulses sowie dem HF-Monitoring über einen ruhigen Alltag hinweg, hat sich der Sensor der Amazfit BIP bewährt. Die Einzelergebnisse der HF-Messung konnten sogar dem manuellen Puls nehmen standhalten.

Messergebnisse die während eines Trainings erhoben wurden, waren in unserem Test jedoch stark verfälscht. Als Referenz haben wir gleichzeitig die Herzfrequenz mit einem Garmin HRM4 Brustgurt aufgezeichnet. Im Vergleich beider Sensoren zeigt sich zunächst, dass die HF-Spitzen von der Amazfit BIP nicht annähernd erfasst werden. Des weiteren wirkt der Kurvenverlauf unruhiger als der vom Brustgurt. Viele Pulsanstiege erkennt die Laufuhr dabei nur zeitlich verzögert, andere erscheinen überraschenderweise zu früh oder gar nicht.

Schlussendlich bieten die HF-Ergebnisse der Amazfit BIP einen guten Anhaltspunkt folgender Werte:

  • errechneter Ruhepuls
  • Pulswerte beim Schlafen
  • Werte ruhigerer Aktivitäten, wie etwa Tätigkeiten am Schreibtisch

Manchen Nutzern mag das schon reichen. Wer hingegen regelmäßig trainiert und auf genaue HF-Ergebnisse angewiesen ist, dem ist die Uhr nicht zu empfehlen. Schließlich gibt es auch keine Option einen externen Sensor mit der Amazfit BIP zu koppeln.

Schrittzähler und Fitness-Tracker

Die Amazfit BIP fungiert auch ohne gestarteten Trainingsmodus als Fitness-Tracker in dem Schritte, Herzfrequenz, Kalorien und Schlaf durchgängig gemessen und festgehalten werden.

Schritte

Die Aufsummierung der Schritte der Amazfit BIP aktiviert sich, wie bei der von uns getesteten Amazfit Pace und dem Mi Band 2 erst nach 10-11 zusammenhängend gegangen Schritten. Durch diese Verzögerung wird verhindert, dass sich unpassende Bewegungen anderer Tätigkeiten (Arbeit am Computer, Zeitung lesen…) nicht auf die Schrittmessung ausüben. In unserem Test lagen die Ungenauigkeiten hierdurch bei unter 1 Prozent. Im Vergleich dazu zählen Garmin-Produkte bereits alle Schritte hinzu, welche als 7-8 zusammenhängende erkannt wurden. Unserer Meinung nach bilden die Produkte von Huami (Amazfit BIP, Amazfit Pace, Mi Band 2) durch die kritischere Aufsummierung die tägliche Schrittzahl realistischer ab. 

Kalorien

Die Amazfit BIP zeichnet wie die Amazfit PACE nur die aktiv Verbrannten Kalorien auf. GPS-Sportuhren wie die getestete FR 35 von Garmin zeichnen hingegen immer auch die Gesamtkalorien inklusive Grundumsatz mit auf. Will man besonders den aktiven Kalorienverbrauch beim eigenen Training vorantreiben, ist der Wert der Amazfit BIP absolut ausreichend und bietet einen besonderen Ansporn. Hinter jeder Kalorienberechnung stecken je nach Hersteller mehr oder weniger Komplexe Algorithmen. Diese werden aus verschiedenen Variablen wie Größe, Gewicht, Geschlecht, Zeit, Distanz, Herzfrequenz und Schritten berechnet. Entgegen der Fitness- und Multisport-Uhren von TomTom, wie der von uns getesteten TomTom Adventurer, ist die Formel über welche die Amazfit BIP die aktiven Kalorien berechnet unklar.

Auch wenn sich durch diesen Umstand die zu Grunde liegende Berechnung kaum nachvollziehen lässt, machten die in unserem Test ermittelten Werte durchaus Sinn. Die untere Auflistung verschiedener Aktivitäten zeigt zumindest, dass ein höherer Pace und eine dementsprechend höhere Herzfrequenz auch zu einem höheren Kalorienverbrauch pro zurückgelegtem Kilometer führt.

DistanzSchritteZeitHerzfrequenzKalorienKalorien pro Kilometer
2,07 km197500:53:49 min96 bpm9344,9
5,13 km484300:36:59 min131 bpm35569,2
2,00 km204200:24:52 min114 bpm8040,0
0,62 km66700:06:29 min114 bpm2641,0
0,92 km93200:12:34 min100 bpm4144,0
0,84 km94500:09:10 min105 bpm35 41,0

 

Schlafüberwachung

Die Messungen der Schlafüberwachung werden in Leichtschlaf-, Tiefschlafphasen und Wachzeiten ausgedeutet. Die Resultate lassen sich leider nur nach einer Synchronisation auf der MiFit App einsehen. Dafür lassen sie sich anschaulich anhand eines Säulendiagramms ablesen. Die in unserem Test erkannten Schlafphasen und Wachzeiten wurden sehr zuverlässig erkannt und decken sich mit unserer persönlichen Einschätzung der jeweiligen Nacht. Schichtarbeiter können die Einschlaf- und Aufwachuhrzeiten auch nachträglich in der MiFit App verändern. Innerhalb der App werden die Schlafdaten der eigenen Nacht zusätzlich in einer Schlafqualitätsanalyse interpretiert und zusätzlich noch in Bezug zu den durchschnittlichen Ergebnissen der MiFit Community gesetzt. Beides gibt Anregungen das eigene Schlafverhalten auf längere Sicht positiv zu verändern.

Motivation und Ziele

Damit man nicht vergisst sich im Alltag regelmäßig zu bewegen, bietet die Amazfit BIP zwei kleine Features die für die richtige Motivation sorgen sollen. Als erste gibt es den Inaktivitätsalarm, welcher auf Wunsch aktiviert werden kann. Hat man eine vorab festgelegte Menge an Schritten pro Tag zurückgelegt, kann auch dieses Ereignis von der Amazfit BIP mit Vibrationen und einer kleinen Ziel-Animation auf dem Display gefeiert werden.

Insgesamt überzeugen die Fitness-Tracker Funktionen der Amazfit BIP. Sie sind solide und entsprechen letztlich denen des Mi Bands 2. Nur bei der Auswertung der Daten hapert es noch. Während die Daten der Amazfit Pace in der dazugehörigen Watch App präzise visualisiert werden, stagniert die MiFit App in dieser Hinsicht. Seit dem Mi Band 2 haben sich die Graphen kaum verändert, wobei vor allem deren Größe viel zu klein geraten ist.

Wetter

Wenn das Smartphone mit der Amazfit BIP gekoppelt ist, kann unter dem Wetter-Widget die aktuelle Höchst- und Tiefsttemperatur sowie die vorherrschende Wetterlage (bewölkt, sonnig, u.ä.) abgelesen werden. Diese Werte können auch für die vier darauffolgenden Tage eingesehen werden. Detailliertere Informationen an Hand von Tageszeiten oder Stunden gibt es nicht. Der Ursprung der Wetterdaten ist unbekannt. Im Vergleich mit den Daten des Deutschen Wetterdienstes weichen sowohl die Temperaturen als auch die Wetterlagen von denen der MiFit App teilweise (leicht) ab.

 

Timer, Stoppuhr & Wecker

Timer und Stoppuhr wurde ein extra Widget spendiert. Wurde eine der beiden gestartet, kann man nicht mehr durch das Menü wechseln. Die Uhrzeiten für den Wecker können zahlreich innerhalb der MiFit App eingestellt werden. Sowohl Wecker als auch der Timer machen sich über eine angemessene Vibration bemerkbar. Der Wecker wurde dadurch bisher nicht verschlafen.

  

Settings

Unter Settings können noch einige Einstellungen vorgenommen werden.

   

Watchface

Die MiFit App bietet bereits 10 vorinstallierte Watchfaces zur Auswahl. Ist ein passendes gefunden, kann es über die Bluetooth-Verbindung mit der Amazfit Bip synchronisiert werden. Wem die vorhandene Auswahl nicht reicht, kann mit der „Amazfit Bip WatchFaces“ App aus dem Google Play Store dutzende andere Watchfaces auswählen und installieren.

    

MiFit App

Wer bereits das Mi Band 2 verwendet hatte, dem wird auch bei Verwendung der Amazfit BIP die MiFit App sofort vertraut sein. Der grundlegende Aufbau der App ist gleich geblieben, die Benutzung bleibt daher einfach und übersichtlich. An manchen Stellen würden wir uns jedoch etwas komplexere Möglichkeiten wünschen: Daten aufgezeichneter Aktivitäten lassen sich nur umständlich über Drittanbieter Apps exportieren.

Eine Synchronisation der Fitnessdaten mit Apps anderer Anbieter ist innerhalb der MiFit App nur mit Google Fit möglich, Strava & Co. haben hier das Nachsehen. Auch die Graphen und Diagramme zu Herzfrequenz, Schritten und Kalorien sollten größer ausfallen und mehr Details preisgeben. Positiv hervorzuheben sei hier noch die Darstellung der Schlafdaten sowie die Diagramme der aufgezeichneten Aktivitäten. Beide sind sehr gelungen, sollten aber auch noch an Größe zulegen.

    

    

    

    

 

Fazit

Unser Test hat gezeigt, dass die Amazfit BIP dem Mi Band 2 in vielerlei Hinsicht ähnlich ist. Die Bedienung ist durch die wenigen, dafür aber ausgewählten Funktionen, kinderleicht. Jedes Widget hat ein unverkennbares Symbol wodurch jede Funktion intuitiv gefunden werden kann. Sowohl der Touch-Display als auch die Software reagieren zuverlässig und schnell. Der Display muss aber immer über die rechte Taste entriegelt werden. Entgegen dem Mi Band 2 kann man den Display der Amazfit BIP besonders gut im Freien ablesen, erst recht wenn die Sonne direkt darauf scheint. Auch wenn die Garmin Forerunner 35 beim Vergleich der Ablesbarkeit die Nase um längen vorne hatte, hat uns der Display in unserem Test dennoch überzeugen können. Die Verarbeitung des Gehäuses wirkt auch nach unserem viermonatigen Langzeittest solide. Es knackt und knarzt nichts, lediglich die oberste Beschichtung des Gorilla Glass hat haarfeine Kratzer davon getragen.

Die Sensoren haben in unserem Test unterschiedlich gute Ergebnisse abgeliefert.Während die Schrittzählung und Schlafphasen-Erkennung durch den Beschleunigungssensor besonders präzise ausgefallen ist, muss man beim HF-Sensor Abstriche machen. Die HF-Messung im Alltag klappte gut, der erfasste Puls beim Training war hingegen kaum aussagekräftig. Der barometrische Höhenmesser hat hingegen zuverlässige Ergebnisse geliefert. Die ermittelten Höhen und die gemessenen Luftdrücke waren in unserem Test sowohl bei stürmischen als auch bei sonnigen Wetterlagen überzeugend. Auch der Kompass war durch seine Genauigkeit hilfreich bei unseren Ausflügen in der Natur. Wirklich erfreulich bei der Amazfit BIP ist der ebenfalls integrierte GPS-Sensor. Unser Vergleichstest mit dem Garmin eTrex steht zwar noch aus, doch die verorteten Tracks innerhalb der MiFit App-Karte sind vielversprechend. Als Smartwatch mit grundlegenden GPS-Trainings konnte uns die Amazfit BIP schlussendlich überzeugen.

Sehr gut gefallen hat uns auch die Verwendung der Uhr als Wecker, Timer und Stopp-Uhr. Gerade der Wecker kann durch die App mit unzähligen Uhrzeiten bestückt werden, welche anschließend auch ohne Phone aktiviert und deaktiviert werden können. Leider hatten wir trotz all der positiven Aspekte besonders bei der Kopplung und Synchronisation mit dem Smartphone oft Schwierigkeiten! Das A-GPS wurde häufig und langwierig geupdated. Die Synchronisation der Daten hat teilweise gar nicht mehr funktioniert. Häufige Versions-Wechsel der MiFit App haben die letzten beiden Aspekte verstärkt und immer wieder das Update des A-GPS notwendig gemacht. Zuletzt haben wir sogar das Smartphone gewechselt um die Kopplung wieder besser in den Griff zu bekommen. Wem Englisch nicht liegt, sollte ebenfalls überlegen, ob er sich die BIP tatsächlich zulegt. Denn trotz vielfacher Versuche hat das Flashen der Amazfit BIP mit der deutschsprachigen Firmware-Version in unserem Fall nicht funktioniert. Wer von Kopplungsproblemen absehen kann (bzw. mehr Glück hat mit seinem Smartphone), der kann sich mit der Amazfit BIP eine unschlagbar günstige und extrem ausdauernde Smartwatch kaufen.

Preis und Verfügbarkeit

Die Amazfit BIP kostet bei Gearbest derzeit ca. 70 Euro inklusive Versand nach Deutschland.

3 Kommentare zu “Test Huami’s Amazfit BIP Fitness-Tracker Smartwatch

  1. Hallo zusammen,
    erstmal vielen Dank für den 1a Testbericht! 🙂

    Was mich noch brennend interessieren würde:
    Ist es möglich, GPX Dateien auf die Uhr zu laden, und diese dann als Navigationsgerät beim wandern zu nutzen? Suche noch eine günstige und gute Alternative zu meiner doch sehr globigen Garmin Epix.

    1. Hallo Johnny,

      Auf die Amazfit BIP kann man leider keine GPX-Dateien laden. Dargestellt werden wirklich nur die Tracks, welche mit einem gestarteten Training aufgezeichnet wurden. (Bereits der Download von GPX-Dateien von der BIP ist beschwerlich und funktioniert nur über die Drittanbieter-App „Notify & Fitness“.)

      Liebe Grüße
      Adrian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.