TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr im Test

Mit der Adventurer ergänzt TomTom seine Multisport-Produktpalette um eine GPS-Uhr mit verschiedenen Sportmodi speziell für Outdoor-Fans. Neben der Routen- und MP3-Funktion hält diese nun auch ein Barometer sowie einen Kompass für eine bessere Navigation im Gelände bereit. Wir haben TomTom’s neue Uhr ausführlich getestet…

Einleitung und Hardware

Mit der TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr haben die Niederländer nach eigenen Angaben eine Uhr speziell für Outdoor-Enthusiasten herausgebracht. Beim Vergleich der Produktpalette von TomTom’s Wearables wird schnell deutlich, dass es sich nicht um den neusten Design-Streich handelt, sondern eher um ein Outdoor-Upgrade der TomTom Spark 3 Cardio + Music. Die Adventurer kostet auf der offiziellen TomTom-Website 50 Euro mehr als der “Vorgänger” und bietet dafür nun neue, Outdoor-relevante Funktionen: Ein Barometer und eine dadurch mögliche automatische Lifterkennung sowie Modi für Wandern, Trail-Running und Schneesport. Die Funktionalität der neuen Adventurer werden wir in unserem ausführlichen Testbericht unter Beweis stellen.

TomTom Adventurer Test: Hardware

Die Kombination aus herausnehmbarer Tracking-Einheit und einem passenden Armband sind für die TomTom Wearable Palette bereits prägend. Die Tracking-Einheit der Adventurer gleicht  insgesamt 18 weiteren Geräten von TomTom. Somit passen neben der Adventurer auch die verschiedenen Ausführungen der Modelle Golfer 2, Runner 2 und Runner 3 sowie Spark und Spark 3 in das gleiche Armband. Die Armbänder besitzen alle einen flexiblen unteren Teil und ein Oberteil aus Hartplastik.

Der Clou des Designs ist die Möglichkeit die Tracking-Einheit auch in einer passenden Fahrradhalterung befestigen zu können. Dadurch kann die TomTom Adventurer auch als Fahrradcomputer genutzt werden. Der Nachteil ist eine vergleichsweise große und starre Tracking-Einheit mit einer Größe von 5,5 x 3,3 x 1,2 Zentimeter, welche sich entgegen normaler Uhrengehäuse bzw. Tracking-Einheiten zu weiteren 2,2 Zentimetern noch mit um das Handgelenk krümmt. Am Lenker eines Fahrrads ist dies optimal für den sicheren Halt sowie die Bedienung der Knöpfe mit dem Daumen. Trägt man die Uhr am Handgelenk, schränkt die Krümmung jedoch ungewohnt die Bewegung ein und erschwert die Steuerung der Tasten mit Daumen und Zeigefinger.

Display

Die TomTom Adventurer besitzt einen hochkant ausgerichteten, rechteckigen Display mit einer Größe von 22 x 25 Millimeter. Das monochrome LCD-Display löst mit 144 x 168 Pixel auf und gibt auch kleinere Details gut lesbar wieder. Die Anzeige kann bei direktem Sonnenlicht und diffusen Verhältnissen sehr gut abgelesen werden. Von Schatten bis hin zur Dämmerung nimmt die Deutlichkeit der Schrift zunehmend ab. Kann man nicht genug erkennen, kann eine Hintergrundbeleuchtung für ca. 4 Sekunden aktiviert werden. Dafür muss das Display mit der Handfläche für etwa zwei Sekunden bedeckt und berührt werden. Dies klappt nur mit leitenden Gegenständen, wie der menschlichen Haut. Müssen die Hände bei Kälte geschützt sein, ist eine Aktivierung somit nur durch spezielle Smartphone-Handschuhe möglich. Wir haben diese Handhabung als gewöhnungsbedürftig empfunden, da eine Taste wesentlich schnellere Reaktionszeiten liefern würde und letztendlich praktischer wäre.

Sensoren und Schnittstellen

Die TomTom Adventurer besitzt zwei Bewegungssensoren für die Erfassung von Schritten ohne eine gestartete Aktivität. Mit dem eingebauten Beschleunigungssensor werden geradlinige Bewegungen erfasst und durch den integrierten Gyroskop-Sensor können Drehbewegungen erkannt werden. Bei gestarteten Aktivitäten wie Wandern, Trail Running und Radfahren kommt hingegen der GPS-Empfänger zum Einsatz, um präzisere Entfernungen erfassen zu können. Die Outdoor-Uhr verfügt außerdem über einen optischen Herzfrequenzsensor.

Leider finden die 24/7 Herzfrequenz Daten zur Berechnung der Kalorien im Alltag keine Beachtung, da laut TomTom sonst die Akkulaufzeit zu sehr dezimiert würde. Im Gegensatz dazu nutzen die Fitness-Tracker von Garmin die 24/7 HF-Messungen für die Berechnung der Kalorien. Bei diesen wird das Messintervall automatisch erhöht, wenn mehr Bewegungen erkannt werden.

Speziell für die Nutzung als Outdoor-Uhr ist ebenfalls ein Barometer verbaut. Dieses misst den Luftdruck und errechnet dadurch Werte zur Höhe in der man sich befindet. Gerade Rennradsportler und Kletterer profitieren von diesen Daten. Die Adventurer soll automatisch die Liftfahrten im Skigebiet erkennen und die Abfahrten zählen. Während die Zählung der täglich gestiegenen Treppen bzw. Etagen jedoch nicht vorgesehen sind, wie bei Garmin Fitnessprodukten mit Barometer üblich. Auch einen Kompass stellt die GPS-Uhr zur Verfügung. Der Kompass nutzt ebenfalls die Daten des Gyroskops um die Richtung zu ermitteln.

Mit Bluetooth Smart und der TomTom MySports App wird die Konnektivität zwischen TomTom Adventurer und dem Smartphone hergestellt (unterstützt werden Phones mit iOS ab Version 8.0 oder Android ab Version 4.4). Dies ermöglicht die kabellose Synchronisation der Fitness- und Aktivitätsdaten. Die Kopplung der Outdoor-Uhr mit dem Smartphone hierfür lief reibungslos ab. Die Synchronisation hat zu Beginn unseres Tests selten funktioniert. Ein Softare-Update brachte neben einem Synch-Statusbalken dann auch die gewünschte Zuverlässigkeit mit sich.

Eine Datensynchronisation via Windows PC und Mac OSX mit der TomTom MySports Plattform ist auch über das mitgelieferte USB-Uhrenkabel möglich. Dafür muss zusätzlich die TomTom Sports Connect Software installiert werden. Über Bluetooth Smart können auch die externen Sensoren von TomTom gekoppelt werden. Bisher erhältlich sind ein Brustgurt für präzisere Herzfrequenzwerte und ein Kadenz- und Geschwindigkeitsmessser speziell für den Radsport.

Zukünftig soll via Bluetooth auch eine Smart Notifications Funktion ermöglicht werden, wodurch Benachrichtigungen für eingehende Anrufe und Nachrichten auf der GPS-Uhr angezeigt werden können. Welche genauen Möglichkeiten diese Funktion bereitstellt ist noch nicht bekannt.
An dieser Stelle müssen wir jedoch auf diese Stellungnahme von TomTom hinweisen: TomTom hatte bereits beim Release der TomTom Spark am Ende des Jahres 2015 auf eine spätere Veröffentlichung der Smart Notifications Funktion hingewiesen. Das dazugehörige Update sollte bereits am Anfang des Jahres 2016 folgen. Mittlerweile ist es Juli 2017 und ein Update ist immer noch nicht erfolgt. Aus diesem Grund entschuldigt sich TomTom in der Stellungnahme. Die Verzögerung betrifft neben der TomTom Spark nun auch die TomTom Adventurer.

Energieverbrauch

Die Akkulaufzeit der TomTom Adventurer betrug in unserem Test 8 Tage und 22 Stunden, wobei die Option der 24/7 Herzfrequenzmessung angeschaltet war. GPS-gestützte Aktivitäten wurden dabei nicht gestartet. TomTom selber gibt für die Adventurer eine Akkulaufzeit von bis zu 3 Wochen an, wenn lediglich das Aktivitäts-Tracking genutzt wird.

Um die Outdoor-Uhr zu laden, muss die Einheit aus dem Armband herausgeklickt werden. Eine spezielle USB-Ladeklemme muss dann am unteren Teil der Einheit eingerastet werden. Die Ladeklemme wirkt auf uns etwas anfällig für Brüche, da es beim Abziehen keinen zusätzlichen Hebel gibt, um die Rastung zu lösen. Das Abziehen gestaltet sich dadurch immer ruckartig, wodurch ein gewisser Druck auf die empfindlichen Hartplastikteile einwirkt.

Schutzklasse

TomTom gibt für die Adventurer GPS-Uhr mit 5ATM eine Wasserdichte von bis zu 40 Metern Tiefe an. In unserem Test hat die Uhr alltägliche Wasser-Momente wie Geschirrspülen, Baden und Duschen überstanden.

Abmessungen und Tragekomfort

Die TomTom Adventurer ist bereits auf dem ersten Blick etwas kantig und wuchtig. Nachdem für den letzten Test eine Garmin Forerunner 35 dauerhaft getragen wurde, gestaltet sich die Adventurer etwas weniger Alltags-konform. Das Silikon des Adventurer Armbands ist wenig flexibel, wodurch man teils an Tischkanten und ähnlichem hängen bleibt und sich das Ende des Bandes auf Dauer nach oben verformt. Abhilfe kann nur durch den zusätzlichen Ring aus flexiblem Kunststoff geschaffen werden, welcher das Armband nach unten biegt.

Gesichert wird das Armband über eine doppelte Metallschließe und 17 verschiedenen Lochpaare. Mit diesen passt das Armband an Handgelenke mit Umfängen von 130 bis 206 Millimetern. Trotz der vielen Lochpaare waren uns die Individualisierungsmöglichkeiten für ein solch starres Silikon-Armband zu wenig. In der einen Position saß die Outdoor-Uhr etwas locker und in der nächsten Position war es bereits so eng, dass man die Uhr eigentlich gerne ab und an mal ablegen würde, wiederum aber so fest, dass es perfekt für optische HF-Messungen ist.

Der Herzfrequenzsensor ragt wenig aus dem Gehäuse heraus. Bei strammen Sitz des Armbands ergeben sich dennoch Druckstellen unter dem Sensor sowie unter der Metallschließe. Das “Outdoor Uhren-Armband” ist beim Kauf in zwei verschiedenen Farben (Schwarz und Orange) erhältlich. Daneben gibt es noch verschiedene Wechselarmbänder.

Widgets und Bedienung

Die TomTom Adventurer verfügt über ein Steuerkreuz mit vier Tasten in die Richtungen: oben, unten, links und rechts. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt, sind jedoch etwas klein, um diese zuverlässig mit Handschuhen bedienen zu können. Bei der Verwendung der Tasten am Handgelenk fehlt der Gegendruck den ein Fahrradlenker bietet. Dadurch muss man sich mehr auf die GPS-Uhr konzentrieren, um diese bei einem Training zuverlässig anzusteuern.

Das äußere Design der Adventurer bestimmt deutlich die Struktur des Menüs. Die Widgets sind anhand der vier Richtungstasten ausgerichtet (siehe Abbildung unten). Das Zentrum bildet die Uhrzeit- und Datumsanzeige. Nachdem über eine der Richtungstasten die Widget-Kategorie ausgewählt wurde, ergeben sich von diesem Punkt aus weitere Einstellungsmöglichkeiten in die verbliebenen drei Richtungen.

Das Bedienungskonzept ist interessant und spricht spürbar die kognititv-räumliche Wahrnehmung des Nutzers an. Der Effekt ist ähnlich wie beim lernen anhand eines Buches: Es fällt schwer sich bspw. an eine bestimmte Definition zu erinnern, trotzdem weiß man häufig zumindest die Stelle, an welcher sich diese im Buch befindet. [Prof. Dr. Martin Korte] Durch die vier Richtungen prägt sich bei der Adventurer schnell die Stelle ein, an welcher man eine gewünschte Einstellung tätigen kann. Damit diese “Architektur” mit einem Zentrum und davon abgehenden Richtungen funktioniert, musste jedoch auf unendliches Scrollen verzichtet werden. Das Abschalten bestimmter Widgets in der App ist nicht möglich.

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Schritte
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3 Kommentare zu “TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr im Test

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