Test Nokia Steel HR

Die Nokia Steel HR ist eine klassische analoge Uhr mit kleinem Display zur Anzeige der Herzfrequenz, Schritten, Kalorien sowie weiteren Fitnessdaten. Wir haben den neusten Fitnesstracker von Nokia ausführlich getestet und zeigen Stärken sowie Schwächen der eleganten Uhr…

Seit der Übernahme von Withings im Jahr 2016 hat Nokia seinen Digital-Health-Bereich immer weiter ausgebaut. Die ehemaligen Withings-Produkte werden mittlerweile unter dem Nokia Brand verkauft, so auch die neue Nokia Steel HR. Auch die dazugehörige App wurde erneuert und trägt jetzt den Namen Nokia Health Mate. Grund genug uns ein aktuelles Produkt der Nokia Health-Serie anzuschauen und ausführlich zu testen.

Design, Gehäuse und Tragekomfort

Die Nokia Steel HR gibt es in einer 36 mm und einer 40 mm Variante und in diversen Armband-Farbkombinationen. Wir haben die 36 mm Version mit Silikon-Armband getestet, welche eher für zarte Arme passend ist. Die Uhr wirkt am Arm unserer Meinung nach deutlich klassischer und entgegen der Marketingbilder von Nokia etwas weniger sportlich. Das stärker gewölbte Glas sowie natürlich die Verwendung einer analogen Zeit- und Tageszielanzeige verstärken den Eindruck des eher klassisch-eleganten als sportlich-modernen Designs.

Die Uhr passt daher deutlich besser in den (Büro-) Alltag als in den sportlich-robusten Outdoor-Einsatz. Dennoch ist die Uhr bis zu 50 Meter wasserdicht (5 ATM) und kann daher bedenkenlos auch zum Schwimmen getragen werden.

Das Gehäuse besteht aus Metall und ist auf der Rückseite stark abgerundet um dem HR-Sensor eine optimale Auflage und Anpressdruck zu ermöglichen. Was der Messgenauigkeit entgegenkommt, wirkt sich leider etwas negativ auf den Tragekomfort aus. Durch die geringe Auflagefläche muss die Uhr recht fest getragen werden und hinterlässt damit leicht Druckstellen auf der Haut. Für einen Fitnesstracker ist die Uhr selbst in der 36 mm Version mit 43,5 Gramm (inkl. Armband) recht schwer.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist eine der großen Stärken der Nokia Steel HR. Die analoge Anzeige sowie das kleine und damit sehr sparsame Display ermöglichen eine vom Hersteller angegebene Laufzeit von 25 Tagen im Normalbetrieb + 20 Tage im Energiereserve-Modus (nur Zeitanzeige und Tracking im Hintergrund). Die Nokia Steel HR ist dauerhaft über Bluetooth LE mit einem Smartphone verbunden und zeichnet mindestens alle 10 Minuten die Herzfrequenz dauerhaft auf. Wir können in unserem Test die lange Akkulaufzeit auf jeden Fall bestätigen. Nach 14 Tagen wurden in unserem Test nur 40% verbraucht, obwohl die Uhr dauerhaft verwendet und das Display viel benutzt wurde. Akkulaufzeiten von einem Monat und mehr sollten daher eher die Regel als die Ausnahme sein.

Der interne Akku wird über eine spezielle Ladeschale geladen. Die Ladezeit beträgt ca. 1,5 Stunden. Leider liegt die Uhr recht lose auf der Ladeschale auf, so das jede kleinste Berühung die Ladung unterbricht.

Display

Die Nokia Steel HR hat ein kleines hintergrundbeleuchtetes Display von ca. 1 cm Durchmesser.  Die Displayhelligkeit kann über die App festgelegt oder automatisch der Umgebungshelligkeit angepasst werden. In geschlossenen Räumen und im Schatten ist das Display trotz seiner geringen Größe gut abzulesen. Mit zunehmender Umgebungshelligkeit und spätestens im direkten Sonnenlicht ist die Anzeige jedoch kaum noch zu lesen. Das Display ist nach manueller Aktivierung über den seitlichen Taster ca. 15 Sekunden aktiv und schaltet sich dann wieder automatisch ab. Eine Möglichkeit das Display automatisch über Gesten zu aktivieren gibt es leider nicht. Das Display zeigt folgende Werte:

  • Datum und Uhrzeit (nur Stunden und Minuten, keine Sekunden)
  • Herzfrequenz
  • Schritte
  • Kalorien
  • Tagesstrecke
  • Weckzeit
  • Akkustand

Einzelne Menüpunkte können über die App deaktiviert und die Reihenfolge festgelegt werden.

Schritte

Die Zählung der Schritte erfolgt über den internen Beschleunigungssensor. Dieser erkennt das Schrittmuster und zählt ab ca. 10 erkannten Schritten zuverlässig die Anzahl der Schritte im Gehen und Laufen. Die Genauigkeit liegt sowohl beim Gehen als auch beim Laufen in unserem Test im Bereich von +/- 1 Prozent und damit auf einem sehr guten Niveau, welches mittlerweile jedoch von den allermeisten Fitnessprodukten erreicht wird. Der Filter verhindert recht zuverlässig die falsche Zählung von Schritten z.B. bei Schreibtischarbeiten.

Der Nutzer kann über die App ein tägliches Schrittziel eingeben. Die analoge Anzeige zeigt dann den prozentualen Fortschritt beim Erreichen des Tageszieles und wirkt durch die dauerhafte und klare Anzeige besonders motivierend.

Die Auswertung der täglichen Schritte in der App sowie in der Online-Anwendung ist unserer Meinung nach recht rudimentär und ermöglicht kaum eine langfristige Auswertung, da z.B. eine Monats- oder jahreweise Anzeige als Diagramm nicht möglich ist. Einzig der Tag sowie die Woche lassen sich noch als Balkendiagramm visualisieren.

  

Aktivitäten

Aus Schritt- und Herzfrequenzdaten kann die Nokia Steel HR Aktivitäten automatisch erkennen. In unserem Test hat die Erkennung und Unterscheidung zwischen Gehen und Laufen in der Regel gut geklappt und auch kurze Bewegungseinheiten von wenigen Minuten wurden erfasst. Insgesamt soll die Nokia Steel HR bis zu 10 unterschiedliche Aktivitäten automatisch erkennen, darunter Gehen, Laufen, Schwimmen uvm. Getestet haben wir jedoch nur Gehen und Laufen. Wird eine Aktivität nicht automatisch erkannt und kann keinem Bewegungsprofil zugeordnet werden, kann der Nutzer diese Zuordnung manuell in der App vornehmen.

Merkwürdigerweise unterscheiden sich die erkannten und erfassten Aktivitäten zwischen der Nokia Health Mate App und dem Online-Portal health.nokia.com teilweise. Über das Online-Portal werden deutlich mehr erkannte Aktivitäten aufgelistet als in der App angezeigt werden.

von links nach rechts: Nokia Steel HR – Amazfit PACE – Garmin fenix 5x

Leider ist die Auswertung der erkannten Aktivitäten noch ausbaufähig. Zu einer Aktivität werden nur folgende Werte gespeichert: Dauer (nur in Minuten, keine Sekunden), Distanz, Kalorien, Herzfrequenz (Max, Ø, Zonen). Über das Online-Portal kann zumindest noch die Anzahl der Schritte ermittelt werden. Vermisst haben wir vor allem weitere Angaben zu Zeiten und Geschwindigkeiten (im Stand, in Bewegung). Auch die Diagramme sind extrem schlicht und teilweise sogar ohne Achsenbeschriftungen (z.B. Intensität).

Für die Aufzeichnung von sportlich ambitionierten Trainingseinheiten ist die Nokia Steel HR nicht geeignet, da sich Trainings nicht gezielt starten lassen und die Aufzeichnung nicht sekundengenau ist, keine Geschwindigkeiten ermittelt und zur weiteren Auswertung auch nicht exportiert werden können.

  

  

Anzeige auf der Online-Plattform Nokia Health

  

Schlaf

Insgesamt leistet die vollautomatische Schlaferkennung der Nokia Steel HR gute Arbeit. Vereinzelt wurden jedoch ruhige Bettphasen am Abend, die mit Lesen oder Fernsehen verbracht wurden, bereits als Beginn der Schlafphase berechnet. Die Summe der Tiefschlafphasen wurde gegenüber anderen Produkten z.B. der Amazfit Pace deutlich länger beurteilt. Die Schlaferkennung einer Fitnessuhr ersetzt kein Schlaflabor und gibt nur einen groben Anhalt über die Schlafsituation. Das subjektive Schlafgefühl deckt sich oft nicht mit den Auswertungen, was durchaus interessant ist, aber oft auch mehr Fragen als Antworten liefert.

 

Kalorien

Die verbrauchten Kalorien werden im Display der Nokia Steel HR nur als Gesamtkalorien angezeigt. Unter Gesamtkalorien versteht man die Summe aus dem Grundumsatz sowie den aktiv verbrannten Kalorien. Der Grundumsatz errechnet sich aus den persönlichen Einstellungen wie Gewicht, Geschlecht und Körpergröße und wird auch dann verbraucht, wenn man sich überhaupt nicht bewegt. Nokia berechnet den Grundumsatz tendenziell eher niedriger.

Die aktiv verbrauchten Kalorien werden leider nur über die App angezeigt und werden aus den Bewegungsdaten, der Herzfrequenz sowie der Bewegungsart berechnet. Wird die Bewegungsart nicht automatisch erkannt, wird der Nutzer aufgefordert, die gefühlte Intensität der Aktivität einzuschätzen. Aus dieser Einschätzung ergibt sich dann maßgeblich die Höhe der verbrauchten Kalorien (allerdings nur, wenn die Aktivität automatisch erkannt wurde). Die Einstellung erweckt den Eindruck, dass die Entwickler den Werten der Herzfrequenzmessung bzw. der dazugehörigen Kalorienberechnung wohl selbst noch nicht so ganz vertrauen.

Insgesamt ist die Kalorienberechnung wenig transparent. Die Uhr zeigt z.B. andere Werte an als die App bzw. das Online-Portal. Angeblich ist laut Nokia die Berechnung in der App noch genauer als auf der Uhr. Bleibt die Frage, warum die bessere Berechnung der App nicht wieder mit der Uhr synchonisiert wird?

Grundsätzlich sollte die Kalorienberechnung durch die dauerhafte Messung der Herzfrequenz genauer sein als bei einem Fitnesstracker ohne Herzfrequenzmessung. Die schlechte Übersicht bei der Auswertung (sowohl in der App als auch im Online-Portal gibt es keine extra Diagramme für Kalorien) sowie die unterschiedlichen Werte auf der Uhr, in der App sowie noch mal andere im Online-Portal senken das Vertrauen in die Kalorienberechnung erheblich. Besonders die Anzeige von aktiv verbrannten Kalorien auch über die Uhr haben wir als zusätzliche Motivation vermisst.

Distanz

Die zurückgelegte Distanz wird von der Nokia Steel HR aus der Schrittzahl sowie den persönlichen Einstellungen, vor allem der Körpergröße, ermittelt. Darüber hinaus erkennt die Uhr die Gangart und berechnet z.B. für Gehen und Laufen andere Schrittlängen. Die Schrittlänge kann nicht individuell angepasst werden, wie z.B. bei Garmin-Fitnessprodukten üblich. Die Genauigkeit ist daher individuell verschieden, da die Schrittlänge von vielen Faktoren abhängig ist – beim Laufen z.B. auch von der Lauftechnik sowie dem Trainingszustand. Auch unterschiedliche Schrittlängen welche durch Steigung und Gefälle entstehen, können nicht berücksichtigt werden.

Wir haben die Distanzermittlung auf einer ebenen Strecke und mit den Gangarten Gehen und leichter Lauf getestet. Für unsere Testperson war die Distanzermittlung im Gehen erstaunlich genau. Wir haben 3 x 1 km in der ebenen Strecke getestet und dabei nur Abweichungen von + 1,0 bis + 1,5 Prozent ermittelt.

Beim Laufen jedoch lag die Abweichnung bei zwischen + 15 und + 20 Prozent. Als Ursache kann vermutet werden, dass auf einer nassen und etwas rutschigen Waldstrecke gelaufen wurde. Unter solchen Bedingungen läuft man automatisch mit etwas kleineren Schritten, so dass die Anzahl der Schritte höher und damit die summierte Distanz höher ist.

Das Beispiel zeigt aber auch genau die Probleme dieser Art von Distanzmessung. Eine wirklich zuverlässige Distanzermittlung ohne die Verwendung von GPS ist kaum möglich. Einen groben Anhalt über die zurückgelegte Tagesdistanz kann die Nokia Steel HR dennoch liefern.

Herzfrequenzmessung

Die Nokia Steel HR misst die Herzfrequenz über einen optischen Sensor an der Geräterückseite. Die Messung erfolgt 24 Stunden am Tag mit Intervallen von ca. 10 Minuten. Über die Taste kann der Wert der letzten Messung angezeigt und eine neue Messung gestartet werden. Die Messung dauert ca. 5-15 Sekunden. Insgesamt bleibt das Display 55 Sekunden aktiv, so dass die Herzfrequenz eine Weile beobachtet werden kann. Startet man ein Training, indem man die Taste länger drückt, wird die Herzfrequenz zwar dauerhaft gemessen und steht daher im Folgenden beim Druck auf die Taste direkt zur Verfügung, eine dauerhafte Anzeige ist jedoch nicht möglich.

Leider bietet Nokia keine Möglichkeit, Herzfrequenzdaten zu exportieren, was die Auswertung der Daten sowie die Beurteilung von Qualität und Zuverlässigkeit wesentlich erschwert. Innerhalb der Nokia Health App gibt es die Möglichkeit, die Herzfrequenz einer Trainingseinheit in einem kleinen und wenig aussagekräftigen Diagramm anzuzeigen. Sehr schwach für ein Feature welches sogar im Produktnamen prominent beworben wird.

Vergleich mit Herzfrequenz-Brustgurt

Wir haben den optischen Sensor der Nokia Steel HR mit einem Polar Herzfrequenzbrustgurt verglichen. In den beiden folgenden Screenshots sieht man links die Nokia Health App und rechts die Polar App.

Training mit Intervallen

Das Trainung hatte eine Dauer von 30 Minuten, wobei 2 x nach 5 und 10 Minuten eine 30 sekündige Maximalleistung erreicht wurde (Sprint). Nach 15 Minuten wurde das Tempo gesteigert, so dass eine Herzfrequenz von ca. 160 Schlägen erreicht wurde. Nach 20 Minuten wurde der Lauf beendet und die Herfrequenz noch 10 Minuten im Stand gemessen.

 

Die beiden Screenshots zeigen deutliche Unterschiede. Während der rechte Screenshot (Polar) die Herzfrequenz während des Trainings sehr genau und zeitlich präzise abbildet, ist die Messung und vor allem Auswertung der Nokia Steel HR bescheiden. Die maximale Herzfrequenz bei den kurzen Spitzenbelastungen wird vom Herzfrequenzbrustgurt mit 194 Schlägen ermittelt, ein passender Wert. Optische Herzfrequenzsensoren sind in der Regel langsamer und können Leistungsspitzen daher nicht gut abbilden. Das Diagramm der Nokia Steel HR zeigt zwar beide Leistungsspitzen grob im Diagramm, die maximale gemessene Herzfrequenz für dieses Trainung wird aber mit nur 170 Schlägen deutlich zu gering angegeben. Das Diagramm gibt den Leistungsanstieg ab Minute 15 nicht ausreichend wieder und zeigt über einen längeren Zeitraum eine zu geringe Herzfrequenz an.

Für die letzten 10 Minuten im Stand zeigt das HR-Diagramm der Nokia Health App den Rückgang der Herzfrequenz richtig an, allerdings ist die Darstellung nur sehr schwer zu erkennen (graue Linie).

Training mit langsamen Tempoänderungen

Das nachfolgende Training ist von einem langsamen Anstieg der Intensität geprägt. Die maximale Herzfrequenz der Polar Brustgurtmessung beträgt 181 Schläge pro Minute. Durch den langsamen Anstieg bleibt der Nokia Steel HR genug Zeit zur Messung, daher liegt die Spitze mit 178 Schlägen pro Minute nur unwesentlich unter der Messung des Brustgurtes.

Die durchschnittliche Herzfrequenz wird von Polar mit 135 Schlägen und von Nokia mit 145 Schlägen angegeben, ein deutlicher Unterschied. Vermutlich wird nur der Teil in Bewegung (blaue Linie) und nicht der Teil im Stand (graue Linie) für die Berechnung der mittleren HR-Frequenz berücksichtigt.

 

Zusammenfassung

Die Herzfrequenzmessung der Nokia Steel HR liefert grundsätzlich brauchbare Werte. Allerdings kommen die von optischen Sensoren bekannten Schwächen auch bei der Nokia Steel HR voll zum tragen. Die Nokia Steel HR ist nicht in der Lage, Leistungsspitzen abzubilden und misst gegenüber guten HR-Brustgurten deutlich weniger zuverlässig und genau. Im Fall der Nokia Steel HR kommt erschwerend hinzu, dass die Darstellung in der App unzureichend ist und keine Exportmöglichkeit besteht.

Die HR-Messung liefert daher nur einen groben Anhalt über die Trainingsintensität. Die kontinuierliche 24/7 HR-Messung in Intervallen hingegen ist durchaus in der Lage, das allgemeine Aktivitätsniveau seines Trägers etwas genauer abzubilden, als es die Aufzeichnung von Schritten alleine ermöglichen würde. Doch auch bei der Auswertung der 24/7 HR-Messung bleibt noch viel Potenzial ungenutzt.

Wecker

Die Nokia Steel HR kann eine Weckzeit speichern und per Vibration wecken. Zusätzlich kann festgelegt werden, an welchem Tag der Woche geweckt werden soll. Es kann sowohl eine feste Zeit (in 5-Minuten Schritten), als auch eine Zeitspanne aktiviert werden. Legt der Nutzer eine Zeitspanne fest, entscheidet die Uhr anhand des Schlafzyklus über den genauen Zeitpunkt des Weckens. Die Vibration ist insgesamt recht schwach, dauert nur 20 Sekunden und wird auch bei fehlender Bestätigung nicht wiederholt. Die Zuverlässigkeit als Wecker sollte daher nicht überbewertet werden.

Benachrichtigungen

Die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone (Sony Z5) war in unserem Test sehr stabil, eine Übertragung der Aktivitätsdaten von der Uhr zur App jederzeit möglich und schnell. Benachrichtigungen werden nur zu Anrufen, SMS sowie Kalendererinnerungen übertragen. Der Inhalt einer SMS kann nicht gelesen werden. Es wäre wünschenswert, wenn der Nutzer selbst entscheiden könnte, welche Apps Benachrichtigungen an die Uhr senden dürfen. Nur für Anrufe, SMS und Kalender bleibt der Nutzen als Smartwatch zu gering.

Fazit

Die Nokia Steel HR ist eine analoge Armbanduhr mit Fitnesstracker und optischer Herzfrequenzmessung. Das Design lässt sich als klassisch-elegant, aber auch als etwas altbacken beschreiben, ist aber letztendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Durch das recht hohe Gewicht des Stahlgehäuses sowie des exponierten Herzfrequenzsensors ist der Tragekomfort für einen Fitnesstracker unserer Meinung etwas eingeschränkt.

Die Stärken der Nokia Steel HR sind eine besonders lange Akkulaufzeit, eine gute automatische Aktivitäts- und Schlaferkennung sowie eine genaue Schrittzählung. Darüber hinaus war die Bedienung insgesamt unkompliziert und auch die Verbindung zum Smartphone stabil und zuverlässig (leider nicht bei allen Herstellern selbstverständlich). Die Herzfrequenzmessung liefert für einen optischen Sensor gute Werte.

Die Nokia Steel HR bietet keine Möglichkeiten, die Uhr auch während eines Trainings als Unterstützung zu verwenden, z.B. durch Anzeige von Distanzen, Geschwindigkeiten oder einen Herzfrequenzalarm. Auch zum Auswerten von Trainings und Bewegungsdaten konnte uns weder die App noch die Online-Plattform Nokia Health überzeugen. Die App und auch die Online-Plattform sind nicht nur optisch recht reizlos, es fehlen einfach grundlegende Darstellungen, Auswertungen und Exportmöglichkeiten. Die dargebotenen Werte sind teilweise widersprüchlich (siehe Kalorien) oder wenig aussagekräftig.

Nokia nutzt unserer Meinung nach das Potenzial der Nokia Steel HR sowie der App bzw. Online-Plattform noch lange nicht aus. Es bleibt also die Hoffnung, dass das noch junge Produkt im Laufe der Zeit weiter verbessert wird und Nokia damit auch langfristig eine feste Größe im Bereich der Fitnessprodukte bleibt.

Preis und Bezugsquelle

Die Nokia Steel HR kostet EUR 158,99 bei Amazon und zwar sowohl in der 36 mm sowie in der 40 mm Version!

7 Kommentare zu “Test Nokia Steel HR

  1. Als Trainingsüberwacher völlig ungeeignet!
    Schrittzahl wird beim Gehen überhaupt nicht sicher angezeigt. Gegenüber einem Schrittzähler, meist nur die Hälfte.
    Die Anzeige ist beim Training eigentlich nicht ablesbar. Zu klein und zu dunkel.
    Wie so oft bei Wissing Geräten auch jetzt eine Pleite.
    Schade. Akkulaufzeit und Aussehen sind gut.

  2. Die Uhr gefällt mir. Im Einsatz stelle ich jedoch gravierende Mängel fest:

    Z.B.
    Gehen 20-25 % über den selbst mitgezählten Schritten und damit auch die Distanzmessung völlig daneben. Keine manuelle Einstellmöglichkeit der Schrittlänge.

    Laufen eine noch größere Katastrophe.

    Die Schlafmessung ist wohl eher eine Spielerei – grob jede vierte Nacht schlafe ich laut Uhr gleich gar nicht.

    Die Qualität der Sensoren kann ich nicht beurteilen. Was über die Software abgebildet wird, grenzt an eine Frechheit und wird auch noch mit Werbung für andere Nokia-Produkte garniert. Dazu soll beispielsweise für das “Ernährungstagebuch” gleich noch eine weitere App installiert werden…

    Neben der Auswertung sind auch die Einstellmöglichkeiten bzw. Anpassbarkeiten unbefriedigend (Schrittweite, eigene Aktivitätsdefinitionen,…)

    Ja, ich hoffe mit Ihnen, dass von Nokia deutlich nachgebessert wird. Als zuverlässige Uhr zu teuer, als Fitnesstracker selbst für sportbefreite Menschen ungeeignet.

  3. könnt ihr mir sagen ob die Zeiger Geräusche von sich geben? ich suche eine geräuschlose Uhr. Selbst das kleinste Geräusch stört mich auf dem Nachtisch (oder Arm)

    1. Die Uhr ist geräuschfrei. Nur der Vibrationsalarm könnte auf entsprechendem Untergrund empfindliche Menschen aufmerksam machen – aber das ist ja Sinn eines Alarmes.

    2. Die Uhr macht beim Minutenwechsel ein leises, leicht mechanisches Geräusch. Man nimmt es wahr, anfangs habe ich mich über das Geräusch gewundert, weil ich es nicht richtig zuordnen konnte, aber ein sekündliches Ticken ist ausgeschlossen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.