Xiaomi Mi Band 2 Fitness-Tracker im Test

Training-, Schlaf- und Smartwatch-Funktionen + Fazit

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Training (via Smartphone GPS)

Dieser Menüpunkt ist in der App sehr versteckt und ist unter dem Reiter „Status“ ganz oben links zu finden. Um ein Training starten zu können, wird ein kompatibles Smartphone mit GPS-Sensor benötigt. Das Mi Band 2 ist hingegen nicht notwendig. Wie unsere Tests gezeigt haben, werden bei einem aktivierten Lauftraining leider ausschließlich die Herzfrequenzdaten vom Mi Band 2 verwendet. Die Schrittzählung und daraus resultierende Kalorienberechnung erfolgt über den im Smartphone eingebauten Beschleunigungssensor. Für die Messung der zurückgelegten Distanz werden die ebenfalls vom Smartphone bereitgestellten GPS Daten genutzt.

In der Mi Fit App kann entweder ein „Rennen“ oder ein „Laufband“ Training manuell gestartet werden. Unter Einstellungen gibt es noch die Optionen, die Laufinformationen auf dem Sperrbildschirm des Smartphones anzeigen zu lassen. Benutzt man ein via Bluetooth gekoppeltes Mi Band 2 kann man außerdem einstellen alarmiert zu werden, wenn die Herzfrequenz zu hoch steigt oder das Lauftempo unter einen bestimmten Wert sinkt. Sinkt das Lauftempo unter den eingestellten Wert, vibriert das Band in regelmäßigen Abständen und zeigt das derzeitig langsamere Tempo auf dem Display des Mi Bands an. Allerdings wird auch das Tempo über die Daten des Smartphones berechnet und nicht über das Mi Fitness-Armband.

   

Will man ein „Rennen“ Training starten, muss zunächst GPS Empfang bestehen. Wurde Kontakt mit den Satelliten hergestellt, erscheint nach drücken des „Starten“ Buttons ein Countdown: 3, 2, 1, GO! Da die Genauigkeit der Distanz Ermittlung von der Empfangsqualität des verwendeten Smartphones abhängig ist, können unsere Ergebnisse nicht verallgemeinert werden. Wir haben in unserem Test ein Samsung Galaxy S4 Mini verwendet.

Bei unseren 500 Meter Runden Test, welcher bereits zu Beginn unter Schritte beschrieben wurde, haben wir gleichzeitig jeweils ein Lauftraining in der Mi Fit App aktiviert. Anstelle von 500 Metern wurden Entfernungen von 10 bis 20 Metern unter diesem Wert gemessen. Für den Vergleich hatten wir gleichzeitig die GPS-Laufuhr Forerunner 35 von Garmin getragen. Diese schnitt mit etwa 10 bis 20 Metern pro 500 Meter-Runde genauer ab. Leider ist die Angabe bei der Mi Fit App nur in zehn Meter Schritten möglich und wird dabei in 0,01km Abständen dargestellt. Durch die Fehler bei der Distanzmessung ergeben sich Folgefehler für alle anderen berechneten Werte: Tempo (Pace), verbrannte Kalorien, Geschwindigkeit, Schritte pro Minute und Schrittlänge. Der Anzahl der Schritte hingegen, liegen die Messungen des Smartphone-Pedometers zu Grunde, welche vom GPS unabhängig sind.

Aktiviert man ein Training, ist für dieses auch eine durchgängige Herzfrequenzmessung mit Hilfe des Mi Band 2 möglich. Die Werte können anschließend unter „Graph“ eingesehen werden. Der höchste Wert sowie der HF-Durchschnitt werden separat als Zahl angezeigt. Alle Detailwerte muss man selber dem Graphen entnehmen. Dies ist jedoch nur sehr ungenau möglich, da die Ansicht nicht vergrößert werden kann. Zusätzlich erschweren dies, je nach Trainingseinheit, die wechselnden Maßeinheiten an den Achsen. Finger-Over Details am Graphen oder eine Exportierung der Daten sind ebenfalls nicht möglich.

   

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Schlaf

Für die Überwachung des Schlafes nutzt das Mi Band 2 den eingebauten Beschleunigungssensor. Auch wenn im Alltag keine dauerhafte Herzfrequenzmessung außerhalb eines Trainings unterstützt wird, kommt in der Nacht durch den Herzfrequenz Schlafassistenten eine solche Funktion zum Tragen. Somit werden durchgängig Daten zum Puls gewonnen, welche der Verbesserung der Schlafüberwachung dienen. Diese können leider nicht einzeln ausgelesen werden. Im Test wirkt die Schlafüberwachung insgesamt zuverlässig. Auf dem Mi Band selber, kann man sich keine Daten zum Schlaf anzeigen lassen. Dafür muss das Band am Morgen erst einmal mit der Mi Fit App synchronisiert werden. In der App kann diesbezüglich auch eine Benachrichtigung aktiviert werden, sind morgens die Daten bereits fertig synchronisiert und bereit zum Ansehen, weist das Smartphone einen daraufhin.

Die App zeigt die Zeit in Stunden im Bett, im tiefen und im leichten Schlaf an. Außerdem gibt es die Wachzeit in Minuten was mit kleinem Baby recht interessant ist. Auch die Einschlaf- und Aufwachuhrzeit werden automatisch erkannt und angezeigt. Schaut man im Bett noch einen Film und das Mi Band 2 schenkt einem fälschlicherweise zwei Stunden Schlaf, kann unter Schlafen im Editor die tatsächliche Einschlafuhrzeit angepasst werden. Die automatische Erkennung funktioniert jedoch nicht für Nachtaktive die tagsüber schlafen. In diesem Fall muss jedes Mal im Editor die genaue Einschlaf- und Aufwachuhrzeit manuell eingeben werden. Nähere Informationen zu Tief-, Leichtschlaf und Wachphasen fehlen dann und werden mit 0 deklariert. Lediglich die Anzahl der Stunden im Bett kann dadurch berechnet werden.

Neben den Zahlen wird in der App der gesamte Schlaf in einem ansprechenden Säulendiagramm mit verschiedenen Farben für die jeweiligen Phasen dargestellt. Fährt man mit dem Finger über die verschiedenen Säulen, erhält man minutengenau die Uhrzeiten von Beginn und Ende einer Phase. Anzumerken ist hier noch, dass wissenschaftlich betrachtet Daten zum tieferen Schlaf, den Wachphasen (nicht zu verwechseln mit der Wachzeit vom Mi Band) und der REM-Phase fehlen.

   

Smarte/ Nützliche Funktionen

Smart Notifications

In der Mi Fit App kann man zahlreiche Benachrichtigungen aktivieren, vorausgesetzt die Bluetooth-Verbindung beim Smartphone ist aktiviert. Das Band weist mit Vibration und Symbol auf eingehende Anrufe, SMS, oder auch Apps hin. Apps wie WhatsApp und Telegram werden auf dem Display mit eigenem Brand-Symbol dargestellt, während andere Apps einfach mit „App“ angezeigt werden. Welche Apps benachrichtigen sollen, kann separat in der App verwaltet werden. Außerdem kann ein Nicht Stören Modus (DND) über die Mi App aktiviert werden.

Smart Lock

Durch die Bluetooth Verbindung soll das Mi Band 2 außerdem in der Lage sein, das eigene Smartphone ohne Passworteingabe oder Fingerabdruck entsperren zu können. Xiaomi wirbt mit dieser Funktion für Android Smartphones ab Version 5: Lollipop.

Wecker

Eine weitere nützliche Funktion bietet der Wecker des Mi Bandes. Vorab sei hier angemerkt, dass er für Schläfer mit sehr tiefem Schlaf wahrscheinlich keine Sicherheit des Weckens bietet. Wird man jedoch relativ leicht munter, stellt die beinahe schon angenehme Vibration eine echte Alternative zu akustischen Weckern dar. In der App können eine Vielzahl von Weckern eingestellt werden. In einer Liste sind diese dann übersichtlich dargestellt und jeweils an- und ausschaltbar. Bei jedem Wecker kann individuell die Wiederholung eingestellt werden: einmal, täglich, Mo. bis Fr. oder benutzerdefinierte Tage der Woche. Hat man regelmäßig die gleichen Weckzeiten, muss durch die Optionen nicht jedes Mal das Band mit der App synchronisiert werden.

   

Xiamoi Mi Band 2 Test: Fazit

Das Mi Band 2 von Xiaomi könnte als das Einsteigermodell unter den Fitness-Trackern bezeichnet werden. Durch das im Vergleich zum Vorgänger neu dazugekommenen Display spricht das Band auch Nutzer mit Wunsch nach direkter Ablesbarkeit an. Das unschlagbare Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte auch manch zurückhaltenden Fitness-Tracker Interessenten überzeugen. Trotz des geringen Anschaffungspreises hat es Xiaomi geschafft das Design minimalistisch und elegant zu gestalten. Die Verarbeitung der Tracker-Einheit kann als solide bezeichnet werden, lediglich das Armband zeigte im Test schnell Abnutzungserscheinungen, lässt sich jedoch kostengünstig ersetzen.

Für die Nutzung aller Funktionen ist der Gebrauch eines Smartphones eigentlich unerlässlich, es sei denn man begnügt sich mit den voreingestellten Funktionen Uhrzeit, den gelaufenen Schritten eines Tages und der Herzfrequenzmessung. Für viele Nutzer ist das Smartphone vermutlich ohnehin Teil des Alltags geworden, wodurch sich diese auch an den anderen Funktionen und der Mi Fit App erfreuen können. In unserem Test waren wir besonders positiv überrascht von der Genauigkeit der gezählten Schritte der Schlafaufzeichnung als auch der GPS-gestützten Trainingsfunktion. Vermisst haben wir die Möglichkeit eine Aktivität mit durchgängiger Pulsmessung auch über das Armband starten zu können. Dass bei einem Training die Schritte vom Mi Band 2 selbst und nicht über den Beschleunigungssensor des verwendeten Smartphones gemessen werden, wäre ebenfalls wünschenswert. Obwohl die Mi Fit App übersichtlich ausfällt, ist die Oberfläche ansprechend und recht verständlich gehalten. Unserer Ansicht nach, könnte dem Lauftrainingsbereich jedoch ein eigener, leichter auffindbarer Reiter spendiert werden. Auch der Graph der dabei durchgängig gemessenen Herzfrequenz hat mehr Potential.
Als besonders störend haben wir die zwei schwachen LEDs empfunden. Zu oft mussten wir bei Aktivitäten im Freien warten und
Nerven bewahren, bis ein Wert ermittelt werden konnte. Die eigene Motivation für körperliche Bewegung verpufft dann schnell
und außerdem kühlt man wieder aus. Nutzt man das Mi Band 2 ohnehin mehr als Motivator im Büro für mehr Bewegung und um den Puls beim Sitzen zu überwachen, sprich in geschlossenen Räumen, ist das Band trotz der kleinen LEDs dafür sehr gut geeignet. Abschließend weisen wir nochmal auf die etwas gering berechneten Kalorien, der angenehmen Wecker-Funktion, dem präzisen Schrittzähler und eine gute Akkulaufzeit von 30 Tagen hin. Alles in allem erhält das Mi Band 2 damit von uns das Testurteil Empfehlenswert. Wir hatten große Freude an dem Band aber auch unsere eigenen subjektiven Wünsche. Wir sind gespannt ob Xiaomi in Zukunft noch Updates für das Mi Band 2 und der App veröffentlicht, um noch die ein oder andere Raffinesse aus dem Fitness-Tracker herauszukitzeln.

Bezugsquelle

Das Xiaomi Mi Band 2 ist zum Preis von etwa 23 EUR bei gearbest.com erhältlich. Mit rund 2 EUR sind auch die Xiaomi Mi Band 2. Ersatzarmbänder besonders günstig..

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