Garmin vivofit jr. im Test

Währung und Aufgaben, Uhrfunktionen, Auswertung & Fazit

Inhaltsverzeichnis

Garmin vivofit jr. Test: Funktion Währung und Aufgaben

Um die Kinder zur Mitarbeit und zur Erledigung von Aufgaben zu motivieren, bietet die vivofit jr. in Verbindung mit der Smartphone App ein Belohnungssystem mit eigener Währung. Die Eltern definieren zusammen mit ihren Kindern bestimmte tägliche oder wöchentliche Aufgaben, welche durch die Kinder zu erledigen sind. Die App macht bereits viele Vorschläge für Aufgaben, aber es lassen sich auch eigene Aufgaben anlegen. Die Anzahl der zu erledigenden Aufgaben sowie der bereits erledigten Aufgaben wird am Armband angezeigt. Hat ein Kind eine Aufgabe erledigt, wird diese in der App vivofit jr. von den Eltern (oder dem Kind selber, wenn es bereits mit dem Smartphone umgehen kann) als erledigt markiert. Die für die Aufgabe festgelegte Anzahl an Münzen wird mit der nächsten Verbindung zwischen Smartphone und Armband übertragen und landet mit einer kleinen Animation im virtuellen Sparschwein (eigene Datenseite auf dem Armband).

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Gesammelte Münzen können in der App gegen Belohnungen eingetauscht werden. Wird eine Belohnung ausgewählt, reduziert sich die Anzahl der Münzen in Höhe der Kosten für die Belohnung. Die App bietet fertige Belohnungen an aber auch eigene Belohnungen können angelegt werden.

In unserer Familie hatten unsere Kinder bereits feste tägliche bzw. wöchentliche Aufgaben, dessen Erledigung leider nicht immer ganz selbstständig erfolgte. Die Idee, bestimmte Belohnungen oder ein Taschengeld von der Erledigung abhängig zu machen, ist sicher nicht neu, aber die digitale Umsetzung in Form eines Armbandes bzw. einer App war für uns ein interessanter Ansatz.

Die Umsetzung in der App ist durchaus gelungen. Das System ist sehr flexibel und kann an individuelle Aufgaben und Belohnungen gut angepasst werden. Es wäre sogar denkbar, die Währung direkt in z.B. Cent umzurechnen und als Taschengeld zu verwenden. Durch das Erledigen der Aufgaben ergibt sich so das wöchentliche Taschengeld, wurden Aufgaben nicht erledigt, reduziert sich das Taschengeld entsprechend. Am Ende der Woche wird das Taschengeld ausgezahlt und das digitale Sparschwein geleert.

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In der Praxis war es bei uns schwierig, das System konsequent umzusetzen. Zunächst mal muss man sich viele Gedanken machen und Aufgaben und vor allem die Belohnungen mit einem sinnvollen Preis versehen. Ist die Belohnung zu günstig, kann es für die Eltern schnell teuer oder zeitaufwendig werden, Diskussionen bei der späteren Anpassung der Preise inklusive. Sammeln die Kinder Münzen, erwarten sie zu Recht die konsequente Umsetzung der Belohnungen, was die Eltern schnell in Zugzwang setzt. Die Auszahlung von Taschengeld mag noch einfach sein, hat man jedoch als Belohnung einen Ausflug ins Schwimmbad angelegt und das Kind löst diese Belohnung nach Belieben ein, kann die Wochenplanung schnell aus den Fugen geraten. Das Familienleben ist in der Regel dann vielleicht doch zu komplex, um es mit derart einfachen Regeln zur Zufriedenheit von allen Beteiligten zu regeln.

Das Armband zeigt zwar an, wie hoch die Anzahl der noch zu erledigenden Aufgaben ist, deutlich effektiver und wichtiger wäre es allerdings, die Aufgabe in Textform (z.B. Laufschrift) und/oder als Icon anzuzeigen und die Erledigung bis zu einer bestimmten Tageszeit aktiv einzufordern. Darüber hinaus wäre es gut, wenn das Kind die Erledigung direkt am Armband bestätigen könnte.

Garmin vivofit jr. Aufgaben

Eine Familie muss schon extrem konsequent, strukturiert und vor allem gut digitalisiert sein, damit das Konzept der Aufgaben und Belohnungen in der Praxis dauerhaft funktionieren soll. Dennoch kann es Spaß machen und ist für Kinder eine gute Erfahrung, die Preise für Aufgaben und Belohnungen auszuhandeln. Ob diese Herangehensweise zum eigenen Erziehungsstil passt, muss jeder selber wissen oder einfach mal ausprobieren!

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Garmin vivofit jr. AufgabeFunktion Timer

Die Funktion Timer wird direkt über das Armband abgerufen. Ein langer Druck auf die Taste führt ins Menü. Die Menüführung mit nur einem Taster ist nicht ganz so einfach, doch Kinder lernen es vermutlich schneller als so mancher Erwachsene, wie man die Funktion abruft. Der Timer kann sich leider nur mit den festen Zeiten von 2, 5, 10, 15, 20 und 30 Minuten aktivieren lassen. Der Timer zeigt die verbleibende Zeit an und signalisiert das Ende mit einer kurzen Melodie. Ein Timer macht an einem Armband für Kinder zweifellos Sinn, wenn es ums Zähneputzen, Fernsehschauen oder Vokabellernen geht. Zumindest über die App sollten aber unbedingt auch individuelle Timer festgelegt werden können! Leider können Aufgaben nicht mit Timern kombiniert werden. Ein gestarteter Timer wird in der App angezeigt (wenn verbunden).

Funktion Stoppuhr

Ebenfalls über das Menü zu erreichen, ist eine einfache Stoppuhr, welche allerdings nur sekundengenau ist und maximal 99 Minuten stoppen kann. Eine Stoppuhr sollte grundsätzlich zumindest 1/10 Sekunden stoppen können, auch an einem Armband für Kinder!

Funktion Uhrzeit und Datum

Die Garmin vivofit jr. zeigt natürlich auch die Uhrzeit an, eine für Kinder wichtige Funktion, um an einem strukturierten Familienalltag teilnehmen zu können. Die Uhrzeit lässt sich aktuell leider nicht auf 24 Stunden stellen, sondern zeigt nur 12 Stunden an. Unter der Uhrzeit kann der Name des Kindes angezeigt werden. Der Name lässt sich über die App einstellen und kann aus bis zu 7 Zeichen bestehen. Eine weitere Datenseite zeigt das Datum an.

Garmin vivofir jr. Stoppuhr Fitness-Tracker mit Uhrzeitanzeige für Kinder

Auswertung über Garmin vivofit jr App

Die Bewegungsdaten der Garmin vivofit jr. können nicht wie üblich über das Portal Garmin Connect ausgewertet werden, was eigentlich etwas schade ist. Zur Auswertung bietet Garmin eine extra App, welche nur sehr rudimentär Aufschluss über das tägliche Bewegungslevel bietet und den Erlebnispfad beinhaltet. Es gibt keine Möglichkeit, die Anzahl der wöchentlichen oder monatlichen Schritte bzw. aktiven Minuten summiert anzuzeigen. Auf der anderen Seite ist es, wenn überhaupt, nur für die Eltern interessant, sich näher mit solchen Zahlenspielen zu beschäftigen. Die Kinder wollen eine hübsche Uhr und sind durchaus an Funktionen direkt am Armband und in der App interessiert, viel mehr als die Anzahl der Schritte und Minuten pro Tag ist jedoch nicht wirklich von Interesse!

Die Garmin vivofit jr. misst außerdem die Länge des Schlafes, es gibt jedoch kaum eine Möglichkeit, den Schlaf des Kindes genauer auszuwerten. Eine genauere Schlafauswertung wäre wünschenswert, besonders bei Kindern mit Schlaf- bzw. Durchschlafschwierigkeiten.

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Verbindung zum Smartphone

Die Verbindung zum Smartphone erfolgt über Bluetooth LE. Zunächst müssen Armband und Smartphone über die Garmin vivofit jr. App gekoppelt werden. In unserem Test hat das mit den meisten, aber nicht allen Smartphones problemlos geklappt. Besonders ein HTC One A9 weigerte dauerhaft mit dem Junior zusammenzuarbeiten.

Um die Batterie des Armbandes zu schonen, sind Smartphone und Armband nicht dauerhaft verbunden. Der Datenabgleich erfolgt in bestimmten, allerdings sehr langen Zeitabständen automatisch. Werden in der App z.B. Aufgaben als erledigt markiert, kann es lange dauern bis das Kind die verdienten Münzen in sein Sparschwein fliegen sieht. Kinder sind in aller Regel ungeduldig, daher ist es sinnvoll in solchen Situationen Smartphone und Armband manuell über einen Tastendruck am Armband zu verbinden. Eine so aufgebaute Verbindung bleibt 3 Minuten aktiv. Während dieser Zeit werden Aktionen am Smartphone, z.B. Änderungen am Kontostand in Echtzeit auf das Armband übertragen. Die Übertragung der Bewegungsdaten kann einige Sekunden in Anspruch nehmen.

Garmin vivofit jr. Synchronisation

Garmin vivofit jr. Test: Fazit

garmin_vivofit_jr_testurteilDie Garmin vivofit jr. ist eine toller, robuster und wasserdichter Fitness-Tracker für Kinder und bietet außerdem ein gelungenes pädagogisches Konzept, was man nutzen kann, aber nicht muss. Die Individualisierung durch Avatare und Namen sind nett und für Kinder besonders reizvoll.

Bei unseren Kindern hat die Motivation zur Bewegung durch den Schrittzähler und die Anzeige der aktiven Minuten in Verbindung mit dem Erlebnispfad hervorragend geklappt. Gewünscht haben wir uns mehr Einstellungen bzgl. der Zielsetzung.

Das Aufgaben-/Belohnungssystem ist theoretisch gut umgesetzt und lässt sich prima individuell anpassen, war aber bei uns aus genannten Gründen nur schwer dauerhaft im Familienalltag umzusetzen. Es müssen schon alle mitmachen wollen, wenn nur Papa so einen Kram durchziehen will, klappt das nicht…

Vermisst haben wir eine Erinnerung- bzw. Wecker-Funktion. Kinder vergessen z.B. beim Spielen mit Freunden gerne die Zeit, eine kleine akustische Erinnerung mit nettem Icon zur rechten Zeit wäre hier ein echter Mehrwert. Gleiches gilt für Erinnerungen an anstehende Aufgaben.

Die Garmin vivofit jr steht auf dem Weihnachts-Wunschzettel meiner Kinder und was gibt es da noch weiter zu sagen: Ein rundum gelungener Fitness-Tracker für Kinder, der durch ein paar kleine Erweiterungen sein Potenzial noch besser ausnutzen könnte.

 

Garmin vivofit jr. test

 

Bezugsquelle

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