Garmin Forerunner 235

Garmin Forerunner 235

Die Garmin Forerunner 235 ist eine GPS-Laufuhr mit größerem Display zum Vorgänger, optischer Herzfrequenzmessung und erweitertem Funktionsumfang wie den Onlinediensten Ansagen, Smart Notifications oder Live-Tracking.

Technische Daten

Hardware:
Abmessungen:46 x 46 x 13 mm
Gewicht:41.3 g
Schutzklasse:5 ATM
GPS:vorhanden
WAAS-EGNOS:Nein
Galileo:Nein
Glonass:Ja
Displaytyp:
  • LCD
Farbdisplay:Ja
Displaygröße:1.23 in
Displayauflösung:215 x 180
Displaybeleuchtung:Ja
Display:kein Touchscreen
Magnetischer Kompass:Ja3-Achsen
Barometer:Nein
Pulsmessung:Jaoptisch und optional über externe Sensoren
Temperatur:Jaoptional über externe Sensoren
Schrittzähler:Jaintegriert
Trittfrequenz:Jaoptional über externe Sensoren
Weitere Sensoren:
  • Beschleunigungssensor
Schnittstellen:
  • USB 2.0
  • Bluetooth
Akkulaufzeit GPS:11 Stunden mit HF
Akkulaufzeit Uhr:9 Tage
Speicher:200 h Aktivitätsdaten
Tasten:Ja5
Vibrationsalarm:Ja
Amazon Preis:EUR 169.89
Navigationsfunktionen:
Wegpunkte:Nein
Routen:Nein
Tracks:Nein
Kartendarstellung:Nein
weitere Darstellungen:
  • Kompass
Paperless GeoCaching:Nein
Koordinateneingabe:Nein
auto. Routenberechnung:Nein
Trainingsfunktionen:
Distanz:Ja
Geschwindigkeit:Ja
Details Distanz u. Geschw.:
  • Uhrzeit
  • Trainigszeit
  • Rundenzeit
  • Geschwindigkeit
  • mittlere Geschwindigkeit
  • max. Geschwindigkeit
  • Pace
  • mittlere Pace
  • Distanz
  • Rundenlänge
  • Tageskilometer
  • Runden-Geschwindigkeit
  • Runden-Pace
  • uvm.
Kalorien:Ja
Puls u. Kalorien:
  • Kalorien
  • Puls
  • max. Puls
  • min. Puls
  • mittlerer Puls
  • % Maximalpuls
  • mittlerer % Maximalpuls
  • Pulsbereich
Sonstiges:
  • Akkustand
  • Schritte
  • VO2max-Berechnung
  • Erholungs-Ratgeber
  • (Peak) Training Effect
Schwimmen:Nein
Multisport:Nein
Benutzerprofile:Ja1
Einstellungsprofile:Nein
AutoPause:Ja
AutoLap:
  • Distanz einstellbar
Virtuel Partner:Nein
Virtuel Pacer:Nein
Virtuel Racer:Nein
Auto Scroll:Nein
Intervalltraining:Ja
Alarme:
  • Zeit
  • Distanz
  • Pace
  • Puls
  • Pulsbereich
  • Trittfrequenz
  • Geschwindigkeit
Trainingsauswertung:Nein
Trainingsauswertung am PC:JaGarmin Connect
Trainingsauswertung über App:JaGarmin Connect App
Sonstige Funktionen:
Uhrzeit:Ja
Zweite Zeitzone:Nein
Wecker:Nein
Timer:Ja
Stoppuhr:Nein
Taschenlampe:Nein
Jagd- u. Angelkalender:Nein
Sonnen- u. Mondkalender:Nein
Wetter:Nein
Apps:Jaund Widgets
Musik:Nein
Live Tracking:Ja
Schlafanalyse:Ja
Smart Notifications:Nein
Lieferumfang & Zubehör:
Zweites Armband:Nein
Pulsmesser:Nein
Trittfrequenzmesser:Nein
Fahrradhalterung:Nein
Kfz-Ladekabel:Nein
Netzladekabel:Nein
USB-Kabel:JaDaten-/Ladeklemme
Handbuch:JaKurzanleitung
Optionales Zubehör:
  • Armbänder
  • Fahrradhalterung
  • Brustgurt
  • Action Kamera
  • Tasche
  • Strompack
  • div. Fitness Sensoren
  • ext. Temperatursensor
Preis & Links:

Produkt Medien

Bilder

Garmin Forerunner 235

garmin_forerunner_235_2

Garmin Forerunner 235

garmin_forerunner_235_side

Garmin Forerunner 235

garmin_forerunner_235_hr_sensor

Garmin Forerunner 235

garmin_forerunner_235_series

Videos

Garmin Forerunner 235

Erfahrungsberichte Ein Erfahrungsbericht

  1. Garmin Forerunner 235

    Motivation
    ==========
    Ich hatte bereits eine Garmin Fenix 2 zum Testen von pocketnavigation.de . Damals ging es mir im Wesentlichen um die GPS-Funktionalität zur Aufzeichnung verschiedener Touren. Aufgrund einiger Unzulänglichkeiten beim GPS und aufgrund des Displays habe ich mich aber dagegen entschieden. Stattdesen nutze ich zur Tourenaufzeichnung jetzt ein Garmin etrex Touch 35, das ich auch vorher über pocketnavigation.de testen konnte. Damit ist die GPS Aufzeichnung und Darstellung der Strecken perfekt abgedeckt.
    Jetzt ging es mir darum, zunächst mal eine “normale” Uhr mit ein paar netten Extra-Features zu bekommen.
    Wesentliches Kriterium für die Auswahl war eine lange Akkulaufzeit im normalen Uhrbetrieb, da ich keine Lust habe, die Uhr alle zwei Tage zu laden und die Zusatzfunktionen vermutlich nur selten nutzen werde. Die Uhr sollte mehrere Alarmzeiten mit Vibrationsalarm bieten und eine Stoppuhr mit mehreren Stoppzeiten.
    GPS war nicht Voraussetzung, ist aber eine nette Zugabe, falls das etrex mal nicht dabei ist.
    Das interessanteste Feature der Forerunner 235 ist natürlich die integrierte Herzfrequenzmessung über den eingebauten optischen Sensor.
    Das wollte ich einfach interessehalber mal ausprobieren um zu sehen, wie sich der Puls tagsüber und in der Nacht verhält.
    Ein gezieltes Training anhand von Pulsdaten habe ich nicht vor aber evtl. lässt sich ja im nachhinein aus den aufgezeichneten Daten mal ein Trainingserfolg ableiten; das wäre dann auch ganz schön.

    Die Forerunner 235 wird mit minimalem Zubehör geliefert, nämlich nur mit dem erforderlichen Ladekabel, das über eine Art Krokodilklemme mit der Uhr verbunden wird. Das geht einfach und zuverlässig und ohne viel Fummelei, wie bei einigen anderen Lösungen. Die Klemme sitzt fest und bietet sicheren Kontakt.
    Während des Aufladens an einem normalen USB-Ladegerät (nicht PC) bleibt die Uhr weiterhin benutzbar, so dass sie im Notfall auch unterwegs über eine Powerbank nachzuladen wäre.

    Tragekomfort
    ============
    Die Uhr ist zwar deutlich größer, als herkömmliche Uhren und damit sehr präsent am Handgelenk; ich habe das Tragen aber nie als unangenehm empfunden und im Alltag war es mir auch nach kurzer Zeit gar nicht mehr bewusst, dass ich eine andere Uhr trage.
    Aufgrund des optischen Herzfrequenzsensors darf das Armband zwar nicht zu locker sitzen, aber das heißt nicht etwa, dass man das Armband sehr stramm ziehen muss. Die Uhr muss aufliegen, muss aber nicht fest angedrückt werden.
    Das Armband ist ein leicht elastisches Kunststoff-Armband, das mit den Garmin üblichen Schrauben am Uhrengehäuse befestigt ist, also auch gewechselt werden kann.
    Die Forerunner 235 besitzt einen Sensor, der leicht hervorsteht aus dem Gehäuse, so dass letzlich nur der Sensor auf der Haut aufliegt. Da die Foreruner 235 angenehm leicht ist, macht sie sich auch bei Arm- oder Handbewegungen nicht unangenehm bemerkbar. In der Erinnerung war die fenix 2 da deutlich “spürbarer”. Trotzdem ergab sich auch bei mir, ein sichtbarer Druckpunkt auf dem Arm.

    Display
    ========
    Das Display ist einfach phantastisch. Außer bei wirklicher Dunkelheit ist es immer gut abzulesen, kontraststark mit deutlichen Farben.
    Da es sich um ein reflektives Display handelt, ist die Ablesbarkeit umso besser, je heller das Umgebungslicht ist und da dabei kein Strom für die Beleuchtung benötigt wird, kann das Display immer eingeschaltet sein und aktuelle Informationen anzeigen, so wie man es von einer normalen Uhr gewohnt ist.
    Im Dunkeln kann dann natürlich eine Beleuchtung zugeschaltet werden.
    Die Uhr ist zwar rund, aber dem Display fehlt oben und unten ein schmaler Streifen. Bei der Bedienung ist das kein Problem, da die Menüs alle an diese Form angepasst sind, nur ein komplett rundes, analoges Uhrendisplay lässt sich damit natürlich nicht darstellen.
    Die Auflösung ist vollkommen ausreichend zur Darstellung von Text und Grafik. Die Darstellung der Zeichen wirkt nicht pixelig.
    Mit geeigneten, nachladbaren Watchfaces (Uhrendisplays) können gleichzeitig diverse Informationen auf dem Uhrendisplay angezeigt werden, die auch noch ausreichend gut lesbar sind. So lassen sich mit einem Blick viele Informationen erfassen, ohne durch verschiedene Seiten blättern zu müssen.
    Dabei ist auch die grafische Darstellung des Herzfrequenzverlaufs oder der Aktivität möglich. Durch die farbige Darstellung werden dabei z.B. unterschiedliche Pulsbereiche hervorgehoben, was die Ablesbarkeit gegenüber einem monochromen Display deutlich verbessert.
    Während der sportlichen Aktivitäten können Datenseiten mit 1 bis 4 Datenfeldern angezeigt werden, die komplett frei konfigurierbar sind.
    Damit kann jeder Anwender sich die für ihn wichtigen Informationen zusammenstellen; das ist wirklich sehr komfortabel.

    Grundfunktionen und Bedienung
    ==============================
    Standardmäßig wird als Watchface nur die aktuelle Uhrzeit und das Datum in digitaler Form angezeigt.
    Weiterhin gibt es eine Anzeigeseite für die aktuelle Herzfrequenz und den Verlauf der letzten 4 Stunden bzw. Ruhepuls letzten 7 Tage und eine Seite für die absolvierten Schritte des Tages und die verbrauchten Kalorien.
    Über die Online-Plattform Connect-IQ von Garmin lassen sich beliebige Watchfaces und weitere Anzeigeseiten nachladen. Dadurch können auch weitere Daten auf der Uhrzeitseite angezeigt werden und Datenfelder für die Aktivitäten ergänzt werden.

    Kernpunkt sind aber natürlich die Aktivitäten, bei denen dann per GPS die Position und über die integrierten Sensoren auch die Herzfrequenz und die Schritte aufgezeichnet werden können zur späteren Auswertung.

    Die Forerunner 235 besitzt 5 Tasten, wobei eine zum Ein-/Ausschalten und für die Beleuchtung ist.
    Die Bedienung erfolgt über die anderen 4 Tasten: Up/Down/OK/Zurück.
    Die Tasten sind nicht versenkt, so dass es auch passieren kann, dass sie aus Versehen betätigt werden.
    Wenn das mit der “Start”-Taste passiert, wird das Starten einer Aktivität vorbereitet und u.U. das GPS eingeschaltet; dadurch kann es zu einem erhöhten Akkuverbrauch kommen, wenn es lange unbemerkt bleibt. Ärgerlicher ist aber sicher, wenn dies während einer Aktivität passiert, weil dann die Aufzeichnung gestoppt wird. Mindestens für diese Taste wäre ein Schutz sinnvoll gewesen.

    Alle wesentlichen Einstellungen können an der Uhr selber vorgenommen werden, so dass keine App-Kopplung nötig ist. Nur die Konfiguration der nachgeladenen Watchfaces kann nicht an der Uhr selber geschehen.
    Es ist allerdings schon eine genaue Kenntnis der Menüs nötig, um die gewünschte Funktion zielsicher anzusteuern. Im Allgemeinen reagiert die Forerunner sehr schnell auf Tastendrücke, aber bei Verwendung zusätzlicher Watchfaces, die über Connect-IQ installiert werden können, vergehen schon mal bis zu 4 Sekunden, bis die Anzeige von der Uhrzeit z.B. ins Menü wechselt. Bei dem standardmäßig eingestellten “DIGITAL” Face ist das nicht der Fall. Vermutlich benötigen die zusätzlich angezeigten Informationen zusätzliche Rechenleistung.

    Uhrfunktionen
    =============

    Es können mehrere Alarmzeiten eingestellt werden, die wahlweise per Ton und/oder Vibration signalisiert werden. Die Einstellungen sind einfach und klar; leider fehlt bei den Optionen zur Alarmwiederholung eine “wöchentliche” Einstellung, damit ein Alarm immer am selben Wochentag wiederholt wird.
    Es gibt nur die Möglichkeiten “nie” , “täglich” , “an Wochentagen” , “an Wochenenden”.
    Die Art des Tonsignals und der Vibration können nicht weiter konfiguriert werden. Der Ton ist nach meinem Empfinden relativ leise und die Vibration verhältnismässig schwach. Das Motorengeräusch ist fast auffälliger als die Vibration selber. Je nach Armbandspannung und Handhaltung wirkt die Vibration sehr unterschiedlich. Da sie aber lange anhält, ist davon auszugehen, dass man es auch im ungünstigen Fall doch irgendwann bemerkt.
    Eine Stoppuhr kann über Connect-IQ nachgeladen werden.

    Herzfrequenzmessung
    ====================

    In vielen Erfahrungsberichten ist bereits beschrieben worden, dass die Messung über den optischen Sensor ungenauer und träger ist, als über einen Brustgurt.
    Wenn der Sensor richtig funktioniert, ist der Wert sehr genau und gleicht sich auch innerhalb weniger Sekunden an den richtigen Wert an.
    Es zeigt sich aber trotzdem deutlich, dass die Forerunner träger in der Reaktion auf Pulsänderungen ist, insbesondere bei fallendem Puls. Das liegt zum Teil auch daran, dass je nach Aktivität auch nicht permanent gemessen wird. Zeitweise sind sogar die LEDs des Sensors aus, um Strom zu sparen.
    Während die standardmässige Herzfrequenz-Seite anscheinend einen Live-Wert zeigt, bieten viele alternative Watchfaces mit Pulswerten eine stark gemittelte Anzeige oder aktualisieren sich z.B. nur alle Minute.
    Bei Aufzeichnung einer Aktivität mit aktivierter Herzfrequenzmessung wird aber der Live-Wert dargestellt.
    Leider habe ich dabei mehrfach erlebt, dass der angezeigte Wert plötzlich um z.B. 40 Schläge/min nach oben oder unten abweicht und sich dann langsam wieder angleicht. Ich konnte nicht herausfinden, wodurch das verursacht wurde. Ein Hin- und Herruckeln der Uhr hatte keine Wirkung und es hatte auch nichts mit übermäßiger Schweissbildung zu tun, wie oft zu lesen ist. Mich stört das nicht besonders, da ich eher an dem Tagesverlauf interessiert bin als am Momentanwert aber während des Trainings ist das natürlich irritierend, insbesondere, wenn dadurch z.B. ein Puls-Alarm ausgelöst wird.
    Bei den unterschiedlichen Anzeigemöglichkeiten der Herzfrequenz ist mir auch aufgefallen, dass es offenbar unterschiedliche Auswertungen gibt, die z.B. dazu führen, dass im Rahmen einer aufgezeichneten Aktivität ein höherer Maximalpuls angezeigt wird, als bei dem Verlauf über die letzten 4 Stunden, so als wenn die Daten der Aktivitäten nicht in die allgemeine Statistik eingehen.

    Schrittzähler
    =============
    Der Schrittzähler versucht über einen intelligenten Algorithmus aus den am Handgelenk gemessenen Bewegungen die Schritte zu ermitteln. Das gelingt mehr oder weniger gut. Wenn man gleichmäßig geht oder läuft funktioniert das recht gut; im Alltag bei unregelmässigen Bewegungen gibt es große Abweichungen.
    Generell muss man erst ein paar Schritte nacheinander machen, bevor der Algorithmus dann reagiert und im Nachhinein die Schritte anzeigt. Dabei werden mal zu viele, mal zu wenige Schritte angezeigt. Aufgrund des Messprinzips kann man keine wissenschaftliche Genauigkeit erwarten aber es gibt eben einen guten Überblick über die Aktivitätsverteilung über den Tag. Und es schafft doch schon eine gewisse Motivation, das Tagesziel zu erreichen oder zu toppen, so dass man sogar mit einer Auszeichnung für einen erreichten Rekord belohnt wird.
    Nachts wird der Bewegungssensor zur Ermittelung der Schlaftiefe genutzt, was natürlich auch nur begrenzt aussagekräftig ist. Phasen geringer Bewegung werden als Tiefschlaf, Phasen mit mehr Bewegung als leichter Schlaf klassifiziert. Interessant fand ich in dem Zusammenhang, dass das Aufladen der Uhr nach Beginn der eingestellten Schlafenszeit als Tiefschlaf gewertet wurde, da ja absolut keine Bewegung erfolgte. Auch dies also eher nur als Hinweis zu sehen aber natürlich nichtsdestotrotz interessant, da die Bewegungsdaten ja echt sind.

    Akkuverbrauch
    ==============
    Der Akkuverbrauch ist für mich bei allen mobilen Geräten ein wichtiges Thema. Insbesondere bei einer Uhr erwarte ich lange Laufzeiten.
    Die von Garmin angegebenen Laufzeiten hörten sich sehr praxistauglich an und tatsächlich stimmen die Angaben.
    Im reinen Uhrenbetrieb, also ohne Alles ( GPS , Herzfrequenz , Aktivitätstracker aus) habe ich eine Entladung von 1% in 8 Stunden gemessen.
    Das ergibt tatsächlich eine theoretische Laufzeit von ca. 4 Wochen.
    Bei Uhrenbetrieb mit ständiger Herzfrequenz- und Aktivitätsmessung ergab sich 12% Entladung in 24 Stunden, was ca. 8 Tagen Laufzeit entspricht.
    Das finde ich sind sehr ordentliche Werte.
    Mit aktivierten GPS ergibt sich eine rechnerische Laufzeit von mind. 10 Stunden.
    Das Aufladen von 20% bis nahezu 100% dauert ca. 2h

    GPS
    ===
    Der GPS-Fix erfolgt i.A. sehr schnell innerhalb weniger Sekunden und wird durch ein Balkendiagramm oder sogar einen Text “GPS ist bereit” angezeigt.
    Der GPS Empfänger wird bereits eingeschaltet, wenn man das Aktivitätenmenü öffnet, so dass der Fix dann evtl. schon erfolgt ist, wenn dann die Aktivität ausgewählt und gestartet wird. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit des Empfängers konnte ich häufig bereits im Gebäude einen Fix erhalten.
    Im Freien fand ich die Genauigkeit der GPS-Aufzeichnung gut und ausreichend, um die zurückgelegte Strecke nachzuvollziehen.
    Auch jetzt im Winter mit der Uhr unter dicken Handschuhen war das kein Problem.
    In der Stadt war die Genauigkeit wie bei eigentlich allen Geräten schlecht und die Position lag teilweise 100m daneben. Wenn der Empfang im Gebäude nicht ausreicht, springt die Position, wie bei fast allen Geräten.
    Die GPS Funktion lässt sich bei allen Aktivitäten gesondert ein- oder ausschalten. Über eine Autopause Funktion kann auch geregelt werden, ob im Stillstand weiter aufgezeichnet werden soll oder nicht.

    Aktivitäten
    ===========
    Die Foreruner 235 bietet standardmäßig nur Profile für Laufen und Radfahren und eine Kategorie “Sonstige”, die aber nicht weiter spezifiziert oder unterteilt werden kann. Über IQ Connect können aber weitere Aktivitäten nachgeladen werden.
    Eine Aktivität kann gestartet, pausiert und fortgesetzt werden. Nach dem Abschluß einer Aktivität können die aufgezeichneten Daten gespeichert werden und werden dann in der Aktivitätenliste angezeigt. Die darstellbaren Daten beschränken sich allerdings auf Zahlenwerte (Strecke , Zeit, Puls, …). Von archivierten Aktivitäten können keine Daten grafisch dargestellt werden. Dies ist erst nach Synchronisation mit dem Garmin-Konto möglich.
    Bevor eine Aktivität gespeichert wird, kann man sich entlang der aufgezeichneten Daten zum Startpunkt zurücklotsen lassen. Nach der Speicherung geht dies allerdings nicht mehr.
    Alle Aktivitäten werden auf der Uhr in separaten Dateien im .FIT-Format gespeichert.
    Wenn die Forerunner per USB an den PC angeschlossen wird, stellt sie sich als USB-Laufwerk dar, so dass die Dateien auch über den Dateimanager auf den PC übertragen werden können und mit anderen Programmen bearbeitet werden können.
    Auch die Garmin Software “Basecamp” ist in der Lage zumindest die Aktivitäten mit GPS-Daten inklusive Herzfrequenzdaten zu laden und darzustellen. Somit wäre kein Hochladen ins Garmin Konto nötig, aber die Auswertung ist bei weitem nicht so detailiert möglich.

    Garmin Connect , Koppeln mit dem Smartphone
    =============================================
    Zum Koppeln mit einem Smartphone (Android oder iOS) muss zunächst ein Garmin Konto angelegt werden, mit dem alle Daten dann online synchronisiert werden.
    Wie bereits ausführlich hier auf pocketnavigation.de beschrieben, gibt es bei der erstmaligen oder auch wiederholten Kopplung häufig Probleme.
    Auch bei mir hat es immer sehr lange gedauert, bis sich beide Geräte gefunden hatten. Dann war häufig das Zeitformat oder die Maßeinheiten verstellt.
    Nach erfolgreicher Kopplung lief die Kommunikation mit der Smartphone App (Android) aber problemlos. Dabei muss auf jeden Fall aber immer eine
    Internetverbindung bestehen, weil sonst keine Daten übertragen werden.

    Bei der Synchronisation passieren verschiedene Dinge:
    Alle Aktivitäten von der Uhr werden standardmäßig in das eigene Garmin-Konto hochgeladen.
    Über die App installierte Zusatzfunktionen ( Apps, Widgets, Watchfaces, etc. ) werden auf die Uhr übertragen.
    Widget- und Watchface-Einstellungen, die in der App vorgenommen wurden, werden auf die Uhr übertragen und wirken sich sofort aus.
    Soweit, so logisch aber…
    Einige Einstellungen aus der App werden auf die Uhr übertragen ( Maßeinheiten , Uhrzeitformat), obwohl sie in der Uhr verändert wurden.
    Einige Einstellungen werden nicht synchronisiert : z.B. Benutzereinstellungen wie Größe , Gewicht, …, so dass diese in der App manuell eingetragen werden müssen.
    Nach jeder Synchronisation waren bei mir die Herzfrequenzmessung und der Aktivitätstracker abgeschaltet, was ärgerlich ist, wenn man es nicht sofort bemerkt.
    Die Synchronisation zum Installieren neuer Apps oder zum Herunterladen der Aktivitätsdaten dauert u.U. mehrere Minuten.
    Schneller und deutlich problemloser geht es am PC über das USB-Kabel und die Garmin Software Garmin Express.

    Nachdem die Aktivitäten synchronisiert wurden, können sie sehr detailiert ausgewertet werden.
    Da alles ins Garmin Konto hochgeladen wird, kann das natürlich sowohl am Smartphone als auch am PC durch Einloggen ins Konto geschehen.

    Ein guter Ausgangspunkt zur Auswertung ist z.B. die Seite “Mein Tag”, bei der für ein ausgewähltes Datum über den Tagesverlauf alle Aktivitäten dargestellt werden und dann dazu die Einzelinformationen abgerufen werden können.
    Dabei kann jeweils auf die verfügbaren Informationen ( Zeiten , Positionen , Distanzen , Herzfrequenz , Schritte , Kalorien ) zugegriffen und diese in unterschiedlichster Weise dargestellt werden

    Erfreulich finde ich, dass die Datenschutzeinstellungen so gesetzt sind, dass zunächst alle Daten nur für den Benutzer selber einsehbar sind und erst nach ausdrücklicher Freigabe für andere sichtbar werden.
    Gespeicherte Aktivitäten können bei Bedarf auch wieder gelöscht werden, die automatische Aufzeichnung bei aktiviertem Aktivitätstracker (Herzfrequenz, Schritte, Schlaf) anscheinend nicht.

    Apps, Widgets , Watchfaces , DataFields
    ========================================
    Im Lieferzustand ist die Forerunner ja nur mit dem Nötigsten an Funktionen ausgestattet, doch über die IQ Connect Funktion kann aufgerüstet werden.
    Das Meiste ist kostenlos oder zumindest in einer kostenlosen Probeversion vorhanden. Damit kann die Funktionalität der Forerunner bedeutend erweitert werden.

    Nach anfänglicher Euphorie beim Installieren neuer Funktionen folgte aber plötzlich die Ernüchterung:
    Es ließen sich keine weitere Zusatzfunktionen installieren, da auf der Forerunner keine “Platzhalter” mehr verfügbar waren. Die App meldet, ich soll Watchfaces, Widgets ,… deinstallieren, um Platz zu gewinnen.
    Das Deinstallieren eines Watchfaces und einiger Widgets brachte zunächst keinen Erfolg, erst nach Deinstallation einer App liess sich eine neue installieren.
    nach ein paar Tagen wollte ich noch eine andere App ausprobieren und habe dafür ein Watchface deinstalliert. Es wurde ein Platzhalter frei und ich konnte die neue App installieren. Nach einigen Minuten Synchronisation meldet Connect dann plötzlich “Installation fehlgeschlagen, keine Platzhalter frei”
    Also keine App aber auch keine Platzhalter ??? Da muss etwas durcheinander geraten sein, also habe ich die Uhr einmal aus- und wieder eingeschaltet und siehe da, 10 Platzhalter frei. Also wieder versucht die App zu installieren, …. geht und noch 8 Platzhalter frei.
    Das Konzept erschließt sich mir noch nicht ganz. Ich konnte dann aber tatsächlich auch noch wieder ein Widget installieren, das ich Tage zuvor zwecks Platzgewinnung deinstalliert hatte.

    Es lassen sich dann alternativ Uhrenanzeigen installieren, die permanent angezeigt werden oder Widgets, die Zusatzfunktionen bieten.
    Interessant sind auch die Datenfelder, die während der Aufzeichnung einer Aktivität angezeigt werden. Damit können weitere Informationen, z.B. auch eine grafische Darstellung der zurückgelegten Strecke realisiert werden.

    Für den Interessierten bietet Garmin auch eine Entwicklungsumgebung an, mit der man auf einfache Weise auch eigene Apps für die Forerunner oder andere Garmin Produkte erstellen kann.

    Fazit
    ======
    Die Forerunner 235 ist ein faszinierendes Gerät, das auf jeden Fall Spass macht
    Was mir gut gefallen hat:
    Das angenehme Tragegefühl, trotz der Größe
    Das sehr gut ablesbare Display
    Die langen Akkulaufzeiten
    Die Vielfalt an Zusatzfunktionen im IQ Store

    Was mir nicht so gut gefallen hat:
    Die schwachen Alarmsignale
    Plötzliche Schwankungen der gemessenen Herzfrequenz.

    Am nervigsten fand ich die Probleme im Zusammenhang mit der Smartphone App. Das Koppeln, das jedesmal Ewigkeiten dauerte und die ständigen Änderungen der Einstellungen. Die irritierende Handhabung der “Platzhalter” für nachinstallierte Funktionen.

    Würde ich sie kaufen ? Vielleicht.
    Inzwischen konnte ich allerdings die Garmin vivoactive HR ausprobieren. Die hat mehr Sensoren, bietet mehr Sportarten, einen Touchscreen, der die Bedienung sehr viel schneller und intuitiver macht und sie reagiert etwas schneller. Allerdings muss man sich mit der nicht ganz so eleganten Kastenform abfinden.
    Aber für mich hat da leider die Forerunner das Nachsehen, Schade.

Schreibe einen Erfahrungsbericht

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bewerten Sie das Gerät