Garmin zûmo 550/500/400

Routenoptionen und Routenberechung

Routenoptionen

Garmin zûmo 550/500/400 - Routenoptionen - 1Auch hier kein Unterschied im Vergleich zur Nüvi-Serie: Es stehen die Optionen schnellster Weg, kürzester Weg und OffRoad, also Luftlinienrouting zur Auswahl. Neben den unterschiedlichen Fahrzeugtypen spielen die Aus- schlüsse auch eine große Rolle: Kehrtwenden, Fern- strassen/Autobahnen, Mautstrassen und TMC sind möglich.

Leider findet sich hier der ganz große Makel, der fast alle Garmin-Geräten betrifft: das Sperren der Auto- bahnen! Für Motorradfahrer ist diese Funktion natürlich ein must have, und zuverlässiges Funktionieren ist Voraus- setzung – leider bietet Garmin beides nicht.

Unter dem Button Ausschlüsse können neben Mautstrassen, Fähren, unbefestigte Strassen u.a. auch Autobahnen und Fernstrassen gesperrt werden, jedoch nur zusammen und nicht separat.

 Bei Routen ab etwa 100km Länge versagt diese Funktion komplett (und was sind an einem schönen Tag schon 100km)!

Außerdem werden Autobahnen und Bundesstraßen in einen Topf geworfen. Die Ursache liegt im amerikanischen System: Neben den Highways werden so auch die Interstate Highways erfasst, nur haben unsere Bundesstraßen damit herzlich wenig zu tun. Viele auch ausgesprochen schöne Routen führen in Europa nun mal über solche Strassen, ein sinnvolles Routing ist ohne sie nicht möglich. So werden aus Strecken von 20-30km Länge aus lauter Verzweiflung, eben diese zu meiden, 120-140 unsinnige Kilometer – schlicht untragbar.

Dieser Punkt wird seit langem von vielen Garmin-Nutzern moniert, und es wird Zeit, dass etwas passiert, denn die Konkurrenz wird härter. Für manchen Interessenten ist dieser Punkt (und die derzeit mangelnde Aussicht auf Besserung) schlicht ein KO-Kriterium.


Routing, ReRouting

Garmin zûmo 550/500/400 - Routing, ReRouting - 1Das ReRouting ist, wie das Routing allgemein ausreichend schnell und in wenigen Sekunden erfolgt. Alle Routen sind plausibel und gut nachvollziehbar.

  Hier spielt Garmin seine Erfahrung positiv aus.

Die Routenneuberechnung ist abschaltbar, es existieren die Wahlmöglichkeiten automatisches ReRouting, kein ReRouting sowie Nachfrage, sehr sinnvoll im Zu- sammenhang mit größeren Routenplanungen, aber dazu mehr im Abschnitt Motorradspezifisches Routing, Routenplanung, auf dem Weg und Trackaufzeich- nung.

Das optionale dynamische Routing (TMC) wurde nicht in den Test mit einbezogen, da dies auf dem Motorrad von untergeordneter Bedeutung ist.


Motorradspezifisches Routing, Routenplanung, ‚auf dem Weg’ und Trackaufzeichnung

Garmin zûmo 550/500/400 - Motorradspezifisches Routing, Routenplanung, ‚auf dem Weg’ und Trackaufzeichnung - 1

Kommen wir zum wichtigsten Punkt für Motorradfahrer, der Routenplanung und ihre Umsetzung, natürlich im Zu- sammenspiel mit MapSource. Dabei wird in diesem Artikel auf die Zusammenarbeit mit dem wohl beliebtesten Planungstool für den PC, dem Motorradtourenplaner in seiner neuesten Version 2007/2008, eingegangen.

  Als Grundlage dienen MapSource Version 6.12.4 sowie die Firmwareversion 3.30.

MapSource ist die Garmin eigene Software, mit der Touren geplant und auf das Gerät überspielt und umgekehrt aufgezeichnete Tracks wieder sichtbar gemacht werden können. Auch zusätzliche Karten können auf diese Art nachgerüstet werden.

Die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten sind enorm vielfältig und sollen hier lediglich angerissen werden. Vieles ist auch in den Anleitungen gänzlich undokumentiert und muss durch den Nutzer selbst entdeckt werden oder sollten im entsprechenden Forum nachgelesen werden.

  Vorsicht für Alpenfahrer: In MapSource sind die Wintersperren der Pässe standardmäßig fest gesetzt, können aber in den Routenoptionen aufgehoben werden. Ohne Aufhebung wundert sich mancher, warum mit Gewalt der Pass umgangen wird.

Die Tourplanung, egal ob Tagestour oder eine Woche Urlaub ist kein Problem. Start und Zielpunkt eingeben, Route berechnen lassen und das Ergebnis betrachten. Nur selten wird der Zweiradfahrer mit dem Ergebnis einverstanden sein. Zu sehr locken kleine Wege, Kurvengeschlängel abseits der Hauptstraßen und andere landschaftlich schöne Zielpunkte. Dafür gibt es die Gummibandfunktion, mit der einzelne Routenpunkte so gesetzt werden können, dass der Weg eben über solche Highlights führen muss.

  Dabei wichtig: Der zûmo kennt echte Zwischenziele, sie werden immer angefahren und auch akustisch angesagt sowie optisch dargestellt. Der zûmo kennt aber auch Routenpunkte, die beim Routing berücksichtigt werden, aber weder angezeigt noch angesagt werden, sie haben im Internet den Spitznamen graue Routenpunkte erhalten.

Es empfiehlt sich, eine Route bis auf die gewünschten echten Zwischenziele ausschließlich mit den grauen Routenpunkten zu planen. Hierbei muss beim Setzen der einzelnen Punkte darauf geachtet werden, dass sich an der Spitze des Cursors in MapSource ein kleines weißes Quadrat zeigt (Kreuzungspunkt) – ist dieses schwarz, entsteht ein echtes Zwischenziel. 99 Zwischenziele kann eine Route haben, graue Routenpunkte erheblich mehr.

Insgesamt 50 Routen können importiert werden. Da aber alle Routen auch auf die SD-Karte gelegt und nur bei Bedarf importiert werden können, ist dieser Anzahl fast keine Grenze gesetzt.

In Zusammenarbeit mit dem Motorrad-Tourenplaner empfiehlt es sich, die geplanten Wege- punkte als Track zu exportieren (der neue MTP kann mit dem zûmo direkt zusammen- arbeiten) und diesen dann im zûmo zu importieren. Auf diese Weise entstehen ausschließlich graue Routenpunkte, auch spielen Unterschiede des leicht unterschiedlichen Kartenmaterials keine Rolle, diese Punkte werden beim Import korrigiert. Nachteil: Der Import dauert lange, da alles neu berechnet wird, 10min für eine Tagestour sind keine Seltenheit. Nach der Planung importieren, berechnen lassen, Gerät ausschalten und dann bei Bedarf nur Gerät einschalten und es kann losgehen.

Auf der Tour selber kommt der Punkt der abschaltbaren Neuberechnung zum Tragen: Kennt jeder, auf der anderen Talseite lockt ein Gewürm aus Kurven, also nichts wie hin. Die Routen- neuberechnung abschalten (bezw. bei Nachfragen die Neuberechnung manuell verweigern) und schon läuft der zûmo ohne Routing mit. Erreicht man irgendwann seine ursprüngliche Route wieder, nimmt er das Routing selber wieder auf. Auf diesem Weg umgangene graue Routen- punkte werden ignoriert, echte Zwischenziele, die hinter einem liegen, jedoch weiter ange- routet, jede Nachlässigkeit bei der Planung macht sich jetzt bemerkbar. Insgesamt aber eine sauber umgesetzte gute Lösung für jeden Tourenfahrer.

Sobald der zûmo GPS-Empfang hat, wird ein Track aufgezeichnet, nur die Trackdarstellung auf dem Bildschirm ist abschaltbar. Das Setzen der Trackpunkte erfolgt dabei intelligent: bei vielen Abzweigungen und Kurven deutlich mehr Punkte, teilweise jede Sekunde einer, auf Autobahnfahrten deutlich weniger. 10.000 Trackpunkte passen in den Speicher. Ist dieser voll, wird eine Archivdatei angelegt und die ältesten Tracks dorthin verschoben. 20 Archiv- dateien sind möglich, heisst je nach Streckenart 15-20000km, genug für jede Tour. Das Auslesen und Archivieren erfolgt dann über MapSource, der Trackspeicher kann dann von Hand gelöscht werden. Es ist auch möglich, Tracks als Routen auf die SD-Karte zu ex- portieren, damit kann eine gefahrene Strecke einem anderen zûmoBesitzer jederzeit zum Nachfahren weitergegeben werden.



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