TomTom Touch im Test: Fitness-Tracker mit Körperanalyse

Mit dem TomTom Touch hat der niederländisch Navigationsspezialist einen erstes reines Fitness-Armband im Angebot. Zusätzlich zu den üblichen Funktionen wie die Zählung von Schritten, Kalorien, Distanz und Herzfrequenz, kann der Tracker auch die die Muskelmasse und den Anteil an Körperfett seine Träger messen. Wie gut ein TomTom Gerät ganz ohne GPS funktioniert, haben wir getestet…

Einleitung, Hardware & Fitness-Funktionen

Nachdem das Geschäft mit Navigationssystemen zunehmend schwieriger wird, hat sich auch TomTom vor einigen Jahren mit Geräten für den Sport- und Fitness-Bereich breiter aufgestellt. Nach einigen GPS-Uhren für den Laufsport haben die Niederländer mit dem TomTom Touch nun auch einen ersten Fitness-Tracker im Angebot, der erstmals eine Körperanalysefunktion am Handgelenk bietet.

Hardware

Wie viele andere Fitness-Tracker, besteht auch das TomTom Touch aus zwei Komponenten. Der eigentliche Tracker ist in ein Armband aus Silikon mit glatter Oberfläche eingesetzt und kann einfach entfernt werden, etwa um das Armband zu wechseln oder das Gerät zu laden.

Abmessungen und Tragekomfort

Das TomTom Touch kann ist mit einem Armband in der Größe S (121 – 175mm) oder in der Größe L (143 – 206 mm) erhältlich. Das flexible Armband schmiegt sich gut ans Handgelenk und ist angenehm zu tragen. Bei einem Gewicht von nur 22 Gramm lässt sich das Band im Alltag fast unbemerkt tragen.

Das Armband besitzt einen Druckverschluss, der sich leicht öffnen lässt. Da dies auch gerne mal ungewollt geschieht, besitzt das Armband als zusätzliche Sicherung auf der einen Seite eine Schlaufe, durch welche die andere Seite hindurchgeführt wird. Obwohl das Armband von uns nicht übermäßig beansprucht wurde, war bereits nach wenigen Monaten eine deutliche Abnutzung sichtbar. Ersatzarmbänder in unterschiedlichen Farben sind aber als Zubehör erhältlich. Mit Bitbelts kann das eigene Armband weiter individualisiert werden. Die kleinen, in unterschiedlichsten Farben erhältlichen Ringe, werden über das Armband geschoben und bieten damit auch einen zusätzlichen Schutz vor Verlust.

Display

Das TomTom Touch besitzt ein ovales OLED-Display, das standardmäßig ausgeschaltet ist, um es zu aktivieren muss die Taste unterhalb des Bildschirms gedrückt werden. Das stört etwas, denn das schnelle Ablesen der Uhrzeit, ohne die andere Hand zu verwenden ist somit nicht möglich. Die Bedienung erfolgt außerdem über Touchgesten auf dem Display. Das Menü ist mit nur einer Ebene sehr einfach gehalten. Durch Wischbewegungen nach oben und unten können die einzelnen Seiten zur Anzeige der Fitness-Daten aufgerufen werden.

Der Bildschirm misst 5,58 x 22,38 mm und bietet eine recht gering Auflösung von 128 x 32 Pixel, einzelne Bildpunkte sind dadurch deutlich erkennbar. Eine Hintergrundbeleuchtung sorgt für gute Ablesbarkeit im Dunkeln, was bei direktem Sonneneinfall leider nicht der Fall ist. Die Abdeckung des Displays aus Kunststoff ist leider sehr anfällig gegen Kratzer. Die erste Schramme war schon nach wenigen Tagen sichtbar. Nach längerer Testzeit sind mittlerweile weitere hinzugekommen und es gibt sogar einige tiefere Kerben auf der Abdeckung des Displays.

Sensoren und Schnittstellen

Mit einem integrierten Beschleunigungssensor kann der TomTom Touch Bewegungen seines Trägers erfassen und daraus Aktivitäten ableiten. Auf der Unterseite befindet sich der optische Herzfrequenzmesser sowie einer der beiden benötigten Kontaktpunkte zur Körperanalyse. Das Gegenstück sitzt in der Taste an der Vorderseite des Trackers (Zur Genauigkeit der Sensoren später mehr).

Der Tracker besitzt einen microUSB-Anschluss über den er geladen wird und mit dem PC verbunden werden kann. Die Kommunikation mit dem Smartphone, zur Übertragung von Fitness-Daten und um Hinweise zu Anrufen und Nachrichten anzeigen zu können, erfolgt per Bluetooth LE. Weiteres Zubehör, um beispielsweise die Herzfrequenzmessung auch über einen Brustgurt zu ermöglichen, kann mit dem TomTom Touch nicht verbunden werden.

Energieversorgung

Der Anschluss für das microUSB-Kabel sitzt oberhalb des Trackers, daher muss das Modul bei jedem Ladevorgang aus dem Armband entnommen werden. Während des Ladevorgangs, der etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nimmt, zeigt das Display lediglich einen Ladebalken an. Neigt sich die Akkuladung dem Ende entgegen, wird bei jeder Aktivierung des Bildschirms ein Akkusymbol angezeigt.

Die Akkulaufzeit gibt TomTom mit 5 Tagen an. Während unseres Tests kamen wir über eine Laufzeit von 4 Tagen nicht hinaus. Die Laufzeit ist allerdings auch stark davon abhängig, wie häufig der Bildschirm für die Kontrolle der Werte oder die Anzeige von Benachrichtigungen aktiviert und wie oft man ein Training mit durchgängiger Herzfrequenzmessung startet.

Schutzklasse

Obwohl der Fitness-Tracker nach IPX7 geschützt ist und damit auch kurzzeitiges Untertauchen überstehen müsste, empfiehlt TomTom dies nicht. Auf der Webseite des Herstellers ist stattdessen zu lesen, das der TomTom Touch zwar schweissbeständig sowie gegen Regen und Spritzwasser geschützt ist, aber nicht ins Wasser eingetaucht werden sollte. Beim Schwimmen, Surfen und Baden sollte das TomTom Touch also abgelegt werden. Duschen ist jedoch kein Problem. Wird der Tracker nass, kann die Uhrzeit nicht kontrolliert werden, denn die Touch-Taste zeigt bei der Bedienung mit feuchten Finger keine Reaktion.

Fitness-Funktionen

Schritte

Die Schrittzählung erfolgt auch beim TomTom Touch über den integrierten Beschleunigungssensor. Dieser erkennt Bewegungsmuster als Schritte und summiert sie auf. Um Bewegungen im Alltag ohne Schritte filtern zu können, wird die Anzahl jedoch erst ab 7 zusammenhängenden Schritten addiert. Armbewegungen beim Abwaschen, Bügeln oder während der Büroarbeit werden so weitestgehend von der Zählung ausgeschlossen.

Um die Genauigkeit der Schrittzählung besser bewerten zu können, haben wir das TomTom Touch auf mehreren Läufen über eine 400 Meter lange Teststrecke gegen einen manuellen Schrittzähler und die Garmin vivoactive antreten lassen. Im Durchschnitt lag die Abweichung gegenüber dem manuellen Schrittzähler beim TomTom Touch bei etwa 6 und beim Garmin vivoactive bei rund 5 Schritten. Über den Tag verteilt kommt es so natürlich zu Ungenauigkeiten bei der Erfassung der tatsächlich zurückgelegten Schritte, dennoch gibt auch das TomTom Touch einen guten Überblick, wie aktiv man am jeweiligen Tag gewesen ist.

Auf dem Armband selbst wird nur die aufsummierte Schrittanzahl des aktuellen Tages angezeigt. Für weitere Einzelheiten müssen die erfassten Daten mit der TomTom Sports App synchronisiert werden.

Distanz

Das TomTom Touch besitzt keinen GPS-Empfänger. Dementsprechend kann er die zurückgelegte Entfernung nur über den integrierten Beschleunigungssensor messen. Dabei multipliziert der Tracker die Schritte mit einer Schrittlänge, die nicht individuell eingestellt werden kann. Stattdessen wird automatisch eine Schrittlänge vergeben, die abhängig von der Körpergröße des Trägers ist. Einen Unterschied macht der Fitness-Tracker auch beim Laufen und Gehen und berechnet jeweils unterschiedliche Strecken. Mit 1000 gehenden Schritten kommt man so auf eine kürzere Distanz als wenn die gleiche Anzahl an Schritte im schnelleren Lauf absolviert wird.

Die Ermittlung der Distanz ist bei gleichbleibenden Bewegungsabläufen recht genau und unterscheidet sich nur um wenige Meter von einer GPS-Messung. Im Alltag sind die Bewegungen allerdings zu unterschiedliche um einen wirklich verlässlichen Wert berechnen zu können. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum TomTom bei einer manuell gestarteten Aktivität keine Entfernungsermittlung vornimmt. Letztlich bleiben auch die Angaben zur Distanz nur ein grober Richtwert.

Herzfrequenz

Über den integrierten Herzfrequenzsensor misst das TomTom Touch den Puls seines Trägers, ohne das ein zusätzlicher Brustgurt benötigt wird. Der Sensor misst mit Unterstützung einer grün leuchtenden LED die Veränderung des Blutgehaltes in den peripheren Gefäßen woraus der Tracker die aktuelle Herzfrequenz errechnen kann.

Der HF-Sensor des TomTom Touch kann für eine Messung manuell aktiviert werden, indem auf dem Herzfrequenzseite gewechselt wird. Die Messung erfolgt dann so lange, bis man die Seite wieder verlässt. Während eines Trainings ist der Pulsmesser dauerhaft aktiv. Eine regelmäßige automatische Überprüfung, um auch Rückschlüsse auf die Herzfrequenz im Alltag und den Ruhepuls zu erhalten, wird einmal in der Stunde durchgeführt. Bei gesteigerter Aktivität ohne gestartetes Training aktiviert sich der Herzfrequenzsensor allerdings nicht automatisch in einer höheren Frequenz. Die 24/7 Überwachung der Herzfrequenzmessung hat TomTom mit der Software Version 1.40.0 standardmäßig deaktiviert. Die Aktivierung kann in der TomTom Sports App unter dem Punkt Verwaltung vorgenommen werden.

Damit der TomTom Touch optimale Testergebnisse liefern kann, sollte das Armband möglichst fest am Handgelenk sitzen. Jedes Verrutschen oder Lichteinfall auf den Sensor kann die Messung negativ beeinflussen. Im Vergleich mit einem HR-Brustgurt kam das TomTom Touch bei der Ermittlung der Herzfrequenz auf ein sehr gutes Ergebnis. Spitzen wurden zuverlässig erkannt und auch die für optische Sensoren übliche Verzögerungszeit war weniger lang, als wir es von anderen Uhren und Trackern gewohnt sind. In der Regel lag die Verzögerung bei unter 10 Sekunden. Nicht optimal ist hingegen, dass die erste Messung immer bei null beginnt, wodurch in den ersten Sekunden ein falscher Wert ermittelt wird. Auch am Schluss der Messung fällt die Herzfrequenz plötzlich auf null, was ebenfalls zu einer leichten Verfälschung der Gesamtstatistik führt.

Erwähnt werden sollte auch, dass optische Sensoren nicht bei allen Trägern die Gleichen Ergebnisse liefern. Abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Dicke der Haut oder der Körperbehaarung kann es durchaus zu deutlichen Unterschieden bei den Messungen kommen. Eine wesentlich größere Zuverlässigkeit ist daher weiterer Vorteil von HR-Brustgurten.

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1 Kommentar zu “TomTom Touch im Test: Fitness-Tracker mit Körperanalyse

  1. Das Ding ist der totale Schrott mein größter Fehlkauf seit vielen Jahren. Es lässt sich unter keinen Versuchen und Umständen mit einem mobilen Geräten verbinden … Weder mit meinem Samsung S7 noch einem S5 oder einem ipad Mini oder einem Asus padphone ..Habe alles probiert es lässt sich per Bluetooth nicht verbinden … Dann misst es völlig ungenau Pulsabweichung um bis zu 30 Prozent .. Das Armband geht beim normalen Tragen oder Joggen öfter auf.
    Selten habe ich mich so derart über etwas geärgert .. Und der Akku hält max 2 Tage .. Von dem Teil ist absolut abzuraten

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