Motorola RAZR: Rasiermesser mit BILD-Zeitung

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Hardware und Display

Im Inneren des RAZR schlägt eine Texas Instruments OMAP 4430 Doppelkern-CPU mit 1,2 GHz, die wir schon vom LG P920 Optimus 3D mit etwas niedrigerer Taktrate kennen. Die Dual-Channel-RAM-Architektur soll Flaschenhälse beim Datenbus vermeiden. Grafische Unterstützung erhält der Zentralprozessor von einer PowerVR SGX540 GPU (→ s. Performance).

Von Hause aus schon mit satten 1 GB RAM (Arbeitsspeicher) und 16 GB internem Speicher (Testgerät 8 GB) ausgestattet, lässt sich Letzterer nochmals extern um bis zu 32 GB MicroSDHC erweitern. Entsprechende Chips sorgen für WLAN b/g/n mit bis zu 300 Mbit/s, HSPA/3G (XT910) bzw. LTE 4G (XT912), Bluetooth 4.0 sowie das übliche Sensorenpaket. Ein FM-Radio ist nicht vorhanden.

Das RAZR ist mit 127 g eins der leichtesten und mit 7,1 mm Stärke der dünnste Doppelkerner am Markt. Das Gehäuse ist mit etwas über 130 mm Höhe vergleichsweise groß geraten, bietet aber Schutz gegen Büropannen wie verschütteten Kaffee oder Wasserspritzer. Die Rückseite aus Laser-geschnittenen Kevlar-Fasern wölbt sich deutlich an den Schnittstellen und über der 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus, Gesichtserkennung und LED-Blitz, die auch Videos in Full-HD 1080p schießen kann. Die Vorderseite aus kratzfestem Gorilla-Glas enthält eine 1,3-Megapixel-Frontkamera für Videotelefonate oder HD 720p Videoaufnahmen. Micro-USB- und HDMI-Schnittstelle, ein 3,5 mm Audio-Klinkenanschluss sowie eine seitliche Lautstärkewippe werden von den Schmalseiten bzw. Umrahmungen aufgenommen.

Das ungewöhnliche, leicht angedeutete Oktagon-Design und die flache Bauform könnten dem RAZR wie seinen Namensvorgängern Kultstatus verleihen. Die zunächst etwas billig wirkende Verarbeitung hinterlässt bei näherem Hinsehen einen tadellosen Eindruck. Dafür sorgen vor allem die hoch feste, dennoch leichte und flexible Rückseite aus Kevlar-Fasern, die wir z.B. von schusssicheren Westen kennen, sowie äußerst geringe Spaltmaße, die schon dem Spritzwasserschutz geschuldet sind. Im Vergleich zum bisherigen Spitzenreiter Samsung Galaxy SII fällt das RAZR zwar leicht schlanker aber auch deutlich länger aus. Von der Technik her könnten beide Geräte in einiger Hinsicht (Prozessor, Speicher, Kamera) Zwillinge sein und nehmen sich nicht viel.

Ärgerlich sind dagegen das nicht zu öffnende Gehäuse, das den Nutzer bei Akkuwechsel zur Inanspruchnahme des Service zwingt, sowie der Micro-SIM-Schacht, der Geräteumsteiger zum meist kostenpflichtigen Umtausch seiner Standard-SIM-Karte nötigt, obwohl das Innenleben bei etwas anderer Anordnung durchaus eine Standard-SIM aufnehmen könnte. Schön ist allerdings, dass der neben der SIM befindliche MicroSD-Einschub einen Speichermedienwechsel im Hot Swap ermöglicht. Andererseits muss es auch so sein, wenn das Gehäuse sich nicht öffnen lässt.

 

Hardware-Fazit

Das Design macht das RAZR zum Hingucker. Im Vergleich zum Referenzgerät Samsung Galaxy SII besitzt das RAZR ähnliche Hardware-Eigenschaften. Hier und da ergeben sich leichte Unterschiede, die sich insgesamt ausgleichen. Einen halben Punkt Abzug müssen wir jedoch für das nicht zu öffnende Gehäuse (erschwerter Akkuwechsel) und die Micro-SIM-Unsitte geben.


Motorola hat seinem Top-Modell einen großen 4,3 Zoll Bildschirm mit qHD-Widescreen-Auflösung (960 x 540 Pixel) spendiert, die wir schon von einigen HTC-Geräten kennen. Die Dichte liegt damit genauso wie beim HTC Sensation bei 256 ppi (Pixels per Inch – Pixel pro Zoll), Kontrast, Schwarzdarstellung und subjektive Farbtiefe sind dank Super AMOLED Technologie jedoch einiges besser.

Höhere Pixeldichten besitzen momentan das 3,5 Zoll Retina-Display des iPhone 4/4S (326 ppi), das auch das hellste ist, die 4,65 Zoll HD Super AMOLED Anzeige des Samsung Galaxy Nexus (720 x 1280 Pixel mit 316 ppi) und der 5,3 Zoll Super AMOLED Touchscreen des Samsung Galaxy Note (800 x 1280 Pixel mit 285 ppi).

Wie sieht es im Vergleich zum Throninhaber Samsung Galaxy SII aus? Das Display des SGSII kommt “nur” mit WVGA-Auflösung 800 x 480 Pixeln, wirkt jedoch überraschenderweise homogener und trotz geringerer Pixeldichte von 216 ppi einen Tick schärfer. Diese Detailschärfe ist sowohl Anzahl als auch optimierter Anordnung der Sub-Pixel geschuldet, die das PenTile-Display des RAZR so nicht besitzt.

Die Helligkeit der RAZR-Anzeige liegt bei knapp 300 cd/m² (Candela pro Quadratmeter) und liegt damit etwa gleichauf mit dem Samsung Galaxy Note, jedoch hinter dem Samsung Galaxy SII (rd. 370 cd/m²) und weit hinter dem iPhone 4/4S (ca. 490 cd/m²).

Der Betrachtungswinkel spielt beim RAZR wie beim SGSII und anderen Super AMOLED Anzeigen kaum eine Rolle. Der Touchscreen des RAZR ist aus allen Winkeln hervorragend ablesbar, wie auch das Super-AMOLED-typische Kontrastverhältnis von 5000:1 einsame Spitze ist (iPhone 4/4S ca. 800:1). Über das sonstige Für und Wider verschiedener Displaytechnologien haben wir an anderer Stelle ausführlich berichtet. Wir ersparen uns die Wiederholung.

Von links nach rechts: Super AMOLED (Samsung Galaxy S), Super AMOLED plus (Samsung Galaxy SII), Super AMOLED Advanced (Motorola RAZR)

Von links nach rechts: Super AMOLED Plus (Samsung Galaxy SII), Super AMOLED Advanced (Motorola RAZR), Retina (iPhone 4/4S)

Von links nach rechts: Super AMOLED Plus (Samsung Galaxy SII), Super AMOLED Advanced (Motorola RAZR), Super AMOLED HD (Samsung Galaxy Note)

   

Display-Inhalte ohne Zoom, von links nach rechts: Super AMOLED Plus WVGA 480 x 800 Pixel (Samsung Galaxy SII), Super AMOLED Advanced 560 x 960 Pixel (Motorola RAZR), Super AMOLED HD 800 x 1280 Pixel (Samsung Galaxy Note)

Display-Fazit

Das RAZR besitzt einen großen, hervorragenden Touchscreen. Doch auch wenn dessen Super AMOLED Advanced Display sich nach Papierform anschickt, das Samsung Galaxy SII vom Thron schubsen, muss es dem bisherigen Klassenprimus einen leichten Vorsprung einräumen. Das SGSII besitzt nach wie vor die hellere, schärfere und (farb-)sattere Anzeige, während die Schwarzdarstellung  aller Super AMOLED Displays – auch die des RAZR – hervorragend ist.


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